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25.04.2013

20:29 Uhr

Motorradhersteller

Langer Winter bremst Harley-Verkäufe

Fürs Motorradfahren war es in diesem Frühjahr definitiv zu kalt. Das hat auch die Kultmarke Harley-Davidson zu spüren bekommen. Die Produktionszahlen sackten ab. Der US-Hersteller bleibt dennoch optimistisch.

Eine Familie auf einer Harley Davidson in Havanna: Wegen des langen Winters verkauften sich weniger Maschinen. ap

Eine Familie auf einer Harley Davidson in Havanna: Wegen des langen Winters verkauften sich weniger Maschinen.

MilwaukeeDie Verkäufe von Harley-Davidson-Motorrädern haben unter der langanhaltenden Kälte zu Jahresbeginn gelitten. Die Händler verkauften im ersten Quartal weltweit 54.300 der Maschinen, das waren 9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auf dem wichtigsten Markt USA fiel der Absatz sogar um 13 Prozent, wie der US-Hersteller am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahr sei es schon ungewöhnlich früh warm gewesen, hieß es zur Begründung.

Die Händler hatten sich allerdings in der Hoffnung auf ein gutes Geschäft reichlich mit Harley-Maschinen eingedeckt. Der Hersteller lieferte 74.200 Stück aus und damit 17 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das trieb den Umsatz der Kultmarke aus Milwaukee um 10 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar in die Höhe und sorgte für ein Gewinnplus von 30 Prozent auf unterm Strich 224 Millionen Dollar (171 Millionen Euro).

Harley-Davidson ist zuversichtlich, dass die Motorrad-Saison nun langsam losgeht und will im gesamten Jahr wie geplant bis zu 264.000 der Kultmaschinen ausliefern, ein Zuwachs von 7 Prozent zu 2012. Das Plus soll nicht zuletzt von Neukunden stammen. Im vergangenen Jahr hätten in den USA vier von zehn Kunden erstmals eine Harley gekauft, sagte Firmenchef Keith Wandell. Außerhalb der USA seien sogar zwei Drittel der Kunden neu bei der Marke gelandet.

Größte Autohersteller in den USA

Platz 10

BMW - 348.000 verkaufte Fahrzeuge

Die USA gehören für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Absatz um 14 Prozent zulegen.

Platz 9

Kia - 558.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner sind auf Rang neun abgerutscht. Und das trotz eines Absatzzuwachs von 15 Prozent.

Platz 8

Volkswagen - 596.000 verkaufte Fahrzeuge

Während die Wolfsburger weltweit zu den größten Autoherstellern zählen, haben sie auf dem amerikanischen Markt noch einen großen Abstand zur Spitze. Immerhin legte der Absatz im Jahresvergleich um 34 Prozent zu.

Platz 7

Hyundai - 703.000 verkaufte Fahrzeuge

Neun Prozent mehr Fahrzeuge konnten die Koreaner im Jahr 2021. In den USA bewegen sie sich auf einem Mittelfeldplatz.

Platz 6

Nissan - 1,14 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In den USA erholen sich die Japaner von ihrer Absatzschwäche. Mit einem Wachstum von zehn Prozent festigen sie ihre Position unter den größten Herstellern in den USA.

Platz 5

Ford - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Im Heimatmarkt verkaufen die US-Amerikaner 25 Prozent ihrer Fahrzeuge. Die Verkäufe ziehen leicht an: Ford kommt auf ein Wachstum von sechs Prozent.

Platz 4

Honda - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner erobern hauchdünn den vierten Platz in den USA. Der Absatz wurde um 24 Prozent gesteigert.

Platz 3

Chrysler - 1,65 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Chrysler gehörte zu den totgesagten Markten in den USA in Folge des Konjunktureinbruchs 2009. Doch mittlerweile ist der US-Konzern zum Retter geworden – und zwar für die Mutter Fiat. In 2012 gab es ein Plus von 21 Prozent bei den Absatzzahlen.

Platz 2

Toyota - 2,08 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Absatzzahlen der Japaner sind 2012 in den USA regelrecht explodiert. Im Vorjahrsvergleich verkaufte Toyota 27 Prozent mehr Fahrzeuge.

Platz 1

General Motors - 2,60 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Detroit bleibt die Wiege der amerikanischen Autoindustrie - und General Motors führend im Heimatland. Gegenüber dem Vorjahr gab es ein leichtes Wachstum von vier Prozent.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in den USA abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

Zwei Drittel der Motorräder werden in den USA gekauft, doch die Fangemeinde in Lateinamerika und Asien wächst rasant. In Europa hatte die Schuldenkrise die Verkäufe bis zuletzt gedämpft. Zu den Konkurrenten zählen neben Japanern auch BMW sowie der italienische Hersteller Ducati, der mittlerweile zu Audi gehört.

Harley-Davidson hatte in der Wirtschaftskrise vor vier Jahren noch ums Überleben kämpfen müssen, weil die Verkäufe der teuren Maschinen eingebrochen waren. Firmenchef Wandell gab in der Not die Marken MV Agusta und Buell auf, strich tausende Jobs und stellte die Produktion um. Heute profitiert der Hersteller von seiner Neuaufstellung durch geringere Kosten. Die guten Aussichten ließen die Aktie an der New Yorker Börse um 4 Prozent steigen.

Von

dpa

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