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16.06.2016

16:25 Uhr

MSD investiert Millionen

Pharmahersteller will in Burgwedel Ebola-Impfstoffe produzieren

Im Januar erklärte die Weltgesundheitsorganisation die letzte Ebola-Epidemie für beendet. Der Pharmahersteller MSD will dennoch im großen Stil Impfstoffe produzieren – allerdings fernab von Afrika.

Die weltweit erste Massenproduktion von Impfstoffen gegen das Ebola-Virus entsteht in Burgwedel. dpa

Ebola-Impfstoff-Herstellung bei Hannover

Die weltweit erste Massenproduktion von Impfstoffen gegen das Ebola-Virus entsteht in Burgwedel.

BurgwedelDas Pharmaunternehmen MSD will in Burgwedel bei Hannover künftig in großem Stil Ebola-Impfstoffe produzieren. Bereits im kommenden Jahr könne die weltweit erste Produktion des Impfstoffs starten, wie der Hersteller am Donnerstag mitteilte. Dafür würden in den nächsten zwei Jahren rund 60 Millionen Euro im niedersächsischen Burgwedel investiert.

Die schwerste Ebola-Epidemie seit Entdeckung des Virus vor 40 Jahren hatte ab Ende 2013 in Westafrika insgesamt mehr als 11.300 Menschenleben gefordert. Betroffen waren vor alle Guinea, Sierra Leone und Liberia. Im Januar erklärte die Weltgesundheitsorganisation die Epidemie für beendet, allerdings traten danach immer wieder einzelne Fälle der lebensgefährlichen Krankheit auf.

Derzeit befinden sich zwei Impfstoffe gegen Ebola in der letzten Phase der klinischen Prüfung. Der Pharmahersteller MSD, der in den USA und Kanada unter dem Namen Merck & Co firmiert, will seinen Impfstoff bis Ende 2017 zur Zulassung einzureichen. Derzeit werde der Impfstoffkandidat weltweit an mehreren Zentren erforscht, erklärte das Unternehmen. In klinischen Studien habe der Impfstoff bis zu 100 Prozent Wirksamkeit gezeigt. Die geimpften Menschen waren den Angaben zufolge nach sechs bis zehn Tagen wirksam gegen Ebola geschützt.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Beim Ebola-Impfstoff handelt es sich demnach um einen abgeschwächten Lebendimpfstoff, der sehr geringe Mengen lebender Erreger enthält. Diese seien so abgeschwächt, dass sie sich zwar noch vermehrten, aber die Erkrankung selbst nicht auslösen könnten. Es bestehe keine Ansteckungsgefahr. Viele Impfstoffe gegen Krankheiten wie Gelbfieber, Masern, Röteln oder Windpocken basieren demnach auf diesem Wirkprinzip.

Von

afp

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