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16.02.2012

17:57 Uhr

Müller Brot ist insolvent

Nach Fertigungsstopp ist der Ofen aus

Mäusekot in der Produktion, ein Vertuschungsversuch der Hygienemängel und jetzt das Aus. Rund zwei Wochen nach dem behördlich verfügten Fertigungsstopp hat die Großbäckerei Müller-Brot einen Insolvenzantrag gestellt.

Ein Silo der Großbäckerei Müller Brot. dpa

Ein Silo der Großbäckerei Müller Brot.

Neufahrn/Freising/Regensburg/Donaustauf/MünchenDie mit Hygieneproblemen kämpfende Großbäckerei Müller-Brot ist zahlungsunfähig. Das Unternehmen aus Neufahrn in Oberbayern reichte am Donnerstagnachmittag einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Landshut ein. Das bestätigte der Vizepräsident des Landgerichts in Landshut, Christoph Fellner. Den Angaben zufolge ist der Rechtsanwalt Hubert Ampferl als Insolvenzverwalter für das Unternehmen vorgesehen.

Die Zukunft der Großbäckerei Müller-Brot und ihren 1100 Beschäftigten hatte sich eigentlich erst an diesem Freitag entscheiden sollen. Bei einem Abnahmetermin sollte dann geprüft werden, ob der bayrische Kettenbäcker seine Hygiene-Probleme gelöst hat und wieder backen darf, wie das Unternehmen mitteilte. Die Lebensmittelbehörden hatten die Produktion in der Fabrik am 30. Januar gestoppt, nachdem sie wiederholt Mäusekot oder Maden im Mehl gefunden hatten.

Die Gewerkschaft hatte beklagt, dass die Geschäftsführung von Müller-Brot sich seitdem weder zur Zukunft der Arbeitsplätze noch zur notwendigen Neuausrichtung des Unternehmens geäußert habe. Mit der Entscheidung, den Insolvenzantrag einzureichen, wartete die Geschäftsführung aber dann doch nicht bis zum Abnahmetermin. Schon vor wenigen Tagen hatte die Geschäftsführung wirtschaftliche Probleme eingeräumt und einen Stellenabbau angedeutet.

Wegen des Hygiene-Skandals kehrten bereits mehrere Großkunden Müller-Brot den Rücken. Nach dem Discounter Lidl verzichtete auch Aldi Süd auf Waren von Müller-Brot. Unternehmenssprecherin Kirsten Windhorn bestätigte am Donnerstag, Aldi Süd habe „bis auf weiteres“ den Verkauf von Produkten der Firma eingestellt.

Kommentare (5)

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bjarki

16.02.2012, 18:25 Uhr

Man nehme Mäusekot und tote Mäuse ( vielleicht in der praktischen Tupperbox) dann kontrolliere man die Grossbäckerei, die einem ein Dorn im Auge ist und entlässt den Inhalt der Tupperbox an geeigneter photogener Stelle.
Und Schwuppdiwupp ist der Konkurrent vom Markt gefegt. Selbstverständlich ist im Falle Müllerbrot alles mit rechten Dingen zugegangen. In Deutschland ist so eine Fiktion schlicht undenkbar, da Deutschland über jeden Zweifel erhaben ist. Beissen wir also herzhaft ins Konkurrentenbrot, ja das schmeckt ! aaaaaaaaahh !

Charly

16.02.2012, 18:25 Uhr

"Seit Dienstag sei der Betrieb umfassend gereinigt worden. „Es ist gewesen, und ich denke, wir haben es abgestellt.“ Seit 2009 musste der Betrieb dem Landratsamt zufolge schon dreimal wegen Hygienemängeln Bußgeld zahlen."

Eine solche Aussage eines Firmenchefs ist schlicht eine Zumutung.

Nachwuchs

16.02.2012, 18:54 Uhr

Gute Arbeit des Managements. Boni dafür erhalten? Waren etwa Unternehmensberater am Werk?

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