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12.01.2008

13:48 Uhr

Münchener Flughafen-Projekt

Transrapid-Befürworter wollen Klarheit über Kosten

Sollte die geplante Transrapid-Strecke vom Münchener Hauptbahnhof zum Flughafen teurer als zwei Milliarden Euro werden, sehen selbst die Befürworter des Magnetschwebebahn-Projekts Probleme. Sie fordern daher, dass die beteiligten Unternehmen ihre Kostenvorstellungen bald offen legen.

HB MÜNCHEN. Rasch müsse Klarheit über die endgültigen Kosten des Milliarden-Projektes herrschen, so die Befürworter. Man habe Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) gebeten, entsprechend auf die beteiligten Unternehmen einzuwirken, sagte der Vorsitzende des Vereins „Bayern pro Rapid“, Reinhard Dörfler, der Deutschen Presse- Agentur dpa. Bisher sind 1,85 Milliarden Euro für das Projekt veranschlagt. „Wenn wir es schaffen, in diesem Kostenrahmen zu bleiben, sehe ich ganz gute Chancen, dass es realisiert wird“, sagte Dörfler.

Sollten die Kosten deutlich über die Grenze von zwei Milliarden Euro hinausgehen, dürfte eine Realisierung „eminent schwierig“ werden, räumte Dörfler ein, der auch Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern ist. Negativ- Beispiel sei etwa die ICE-Strecke zwischen Ingolstadt und Nürnberg, die mit Kosten von 3,6 Milliarden Euro letztlich mehr als doppelt so teuer war wie ursprünglich geschätzt. Generell müsse die Industrie das Vorhaben wirtschaftlich kalkulieren und tue sich deshalb bisher mit einer Festlegung schwer, sagte Dörfler. Daher bleibe der für April oder Mai erwartete Planfeststellungsbeschluss Basis für die Kostenberechnung.

Das Transrapid-Konsortium hatte zwar einen Festpreis zugesagt, die Industrie will diesen aber nach Angaben von Bayerns Wirtschaftsministerin Emilia Müller (CSU) erst im Sommer dieses Jahres nennen. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte eine drastische Verteuerung des Projekts nicht ausgeschlossen, aber jede weitere Bundesfinanzierung über die vereinbarten 925 Millionen Euro hinaus abgelehnt. Auch Bayern will über seinen zugesagten Zuschuss von 490 Millionen Euro hinaus keine Mehrkosten übernehmen.

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