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24.06.2014

13:19 Uhr

Nach Absage an Airbus

Emirates hat doch noch Interesse an A350

Macht Emirates einen Rückzieher vom Rückzieher? Nach der Abbestellung von 70 A350-Maschinen kann sich Emirates-Chef Clark nun eine neue Order vorstellen. Doch auch Boeing kann sich Chancen ausrechnen.

Neue A350 am Airbus-Werk in Toulouse: Emirates denkt nach der Absage doch wieder über eine Bestellung nach. ap

Neue A350 am Airbus-Werk in Toulouse: Emirates denkt nach der Absage doch wieder über eine Bestellung nach.

LondonNeue Chance für Airbus: Der europäische Flugzeugbauer Airbus kann doch noch auf einen Auftrag von Emirates für den neuen High-Tech-Flieger A350 hoffen. Die arabische Fluggesellschaft will insgesamt 50 bis 70 zweistrahlige Großraumflieger bestellen und dabei die neuen Modelle von Airbus und Boeing prüfen, wie Emirates-Präsident Tim Clark der „Financial Times“ (FT/Dienstag) sagte. Es seien sowohl Gespräche mit Airbus als auch dem US-Rivalen Boeing geplant, der in dieser Flugzeugklasse den Dreamliner 787 im Angebot hat. Emirates hatte Mitte Juni seine frühere Bestellung von 70 Flugzeugen des Typs A350 komplett gestrichen.

Die überraschende Stornierung war ein Schock für Airbus - denn der Jet, der in wenigen Monaten erstmals ausgeliefert wird, ist für den europäischen Flugzeugbauer der neue Hoffnungsträger. Der Kurs der Airbus-Aktie sackte seit der Abbestellung um rund acht Prozent ab und entwickelte sich damit deutlich schlechter als der Gesamtmarkt. Am Dienstag legte das Papier rund ein Prozent zu.

Mitte Juni hatten weder Airbus noch Emirates konkrete Gründe für die Stornierung genannt. Airbus-Verkaufschef John Leahy sagte lediglich, dass Emirates seine Flottenplanung überdacht und geändert habe. Emirates schwieg dagegen. Nach „FT“-Informationen gab es Zweifel bei der Airline, wie die Jets genau ausgestattet werden und wie sie sich bei Verbrauch und Flugleistung schlagen. Clark hatte vor der Abbestellung Kritik an der Langversion A350-1000 geübt. Die Gespräche über einen neuen Auftrag sollen zum Jahreswechsel aufgenommen werden, sagte Clark der „FT“.

Das sind die besten Airbus-Kunden

Platz 10 – Emirates

Die Bestellung von Emirates ließ zum Ende des Jahres das Herz der Airbus-Verantwortlichen schneller schlagen. Denn die Araber orderten 50 Stück des Riesenfliegers A380, der im ganzen Jahr noch nicht verkauft worden war.

Rangliste nach Anzahl der bestellten Maschinen 2013, Quelle: Airbus

Platz 9 – Viva-Aerobus

Bei der mexikanischen Billig-Airline hat Airbus Konkurrent Boeing ausgestochen. Das Unternehmen will bis 2016 ihre komplette Boeing-Flotte gegen europäische Jets austauschen. Im Oktober bestellte Viva-Aerobus daher 40 Stück des A320neo und ein Dutzend herkömmliche A320 bei Airbus.

Platz 8 – Vueling

Der Billigflieger bereitet der British Airways- und Iberia-Mutter IAG viel Freude. Das Geschäft läuft gut, darauf lassen nicht zuletzt die Bestellungen schließen. 62 Mittelstreckenflieger A320 orderte IAG für Vueling, die sich ungefähr zur Hälfte auf Jets der herkömmlichen und der neuen Neo-Bauart aufteilen.

Platz 7 – ILFC

Das Flugzeug-Leasing-Unternehmen ILFC findet sich ebenfalls in der Top Ten der besten Airbus-Kunden. Die US-Gesellschaft aus Kalifornien bestellte bei den Europäern im Jahr 2013 50 Stück des Mittelstreckenjets A320neo und 15 A321.

Platz 5 – Turkish Airlines

Turkish Airlines erteilte den größten Auftrag seiner Geschichte – an Airbus. Insgesamt orderte die Gesellschaft 87 Flugzeuge: 53 Maschinen des A321neo, 25 herkömmliche A321, vier A320neo und fünf A330-300.

Platz 5 – Etihad

Die Golf-Airlines bestellten 2013 was das Zeug hält. Bei Airbus orderte Etihad insgesamt 87 Maschinen. Von den Mittelstreckenjets bestellten die Araber 26 Stück des A321neo und zehn A320neo. Mit 50 Maschinen des neuen A350 XWB will Etihad demnächst die Langstrecke bedienen. Dazu orderte die Fluggesellschaft eine A330-200F.

Platz 4 – Lufthansa

Die Deutsche Lufthansa teilte die größte Bestellung ihrer Unternehmensgeschichte auf und bestellte Flugzeuge bei Airbus und Boeing. Der europäische Luftfahrtkonzern konnte sich über die Order von 25 Langstreckenjets des Typs A350-900 freuen, die ab 2014 ältere A340-300 ablösen sollen. Zuvor hatte die Lufthansa bereits 100 Mittelstreckenflieger bestellt – 30 herkömmliche A320, 35 A320neo und 35 A321neo.

Platz 3 – American Airlines

Im Dezember 2013 schlossen sich American Airlines und US Airways nach langem hin und her zur neuen American Airlines zusammen. Anfang des Jahres hatte die alte American schon neue Airbus-Maschinen bestellt. 130 Mittelstreckenjets A321 sollen die fusionierte Fluggesellschaft in eine bessere Zukunft fliegen.

Platz 2 – Easyjet

Der Billigflieger rüstet auf: Easyjet orderte bei Airbus 144 Flugzeuge. Ausschließlich der Mittelstreckenjet A320 steht auf der Bestellliste. Mit den Maschinen verschiedener Baureihen will Easyjet Platzhirsch Ryanair weiterhin Druck machen.

Platz 1 – Lion Air

Mit der indonesischen Fluggesellschaft konnte Airbus im Jahr 2013 einen neuen Kunden hinzugewinnen. Und Lion Air schlug gleich richtig kräftig zu. Dir Airline bestellte insgesamt 234 Maschinen: 60 Stück des herkömmlichen Airbus A320, 109 A320neo und 65 Maschinen des A321neo. Lion Air wurde erst im Jahr 2000 gegründet und bedient insbesondere Ziele innerhalb der Insel-Nation Indonesien.

Zuletzt hatte es bei neuen Flugzeugtypen immer wieder Probleme bei der Einführung gegeben. So durfte zum Beispiel der 2011 eingeführte Boeing-Flieger Dreamliner 787 im vergangenen Jahr zeitweise nicht fliegen, weil es Probleme mit Batteriebränden gab. Es könne daher sein, dass Emirates auch bei der A350 erst einmal abwarten wollte, hieß es in dem Bericht. Clark betonte gegenüber der „FT“, sein Unternehmen wolle ein „ausgereiftes“ Flugzeug erwerben.

Eigentlich war die aufstrebende arabische Fluglinie der erste Besteller der A350. Emirates hatte die 70 Flieger bereits 2007 geordert. Laut Preisliste hatte der Auftrag damals einen Gesamtwert von rund 16 Milliarden US-Dollar (11,8 Milliarden Euro). Heute würden für die 70 Maschinen laut Liste sogar gut 21 Milliarden Dollar fällig. Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Nachlässe im zweistelligen Prozentbereich üblich.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

24.06.2014, 13:24 Uhr

Zur Not storniert man eben wieder...

Account gelöscht!

24.06.2014, 13:41 Uhr

Hauptsache Bewegung.

Der Aktienkurs sollte davon profitieren

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