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25.01.2005

09:22 Uhr

Nach Absage kauft Finisar nun doch die vereinbarten Geschäftsteile

Infineons taktischer Schachzug im Glasfasergeschäft

Trotz der Aufkündigung der Übernahmevereinbarung vor zwei Wochen wird Finisar nun doch einen Teil des Glasfasergeschäfts von Infineon übernehmen. Mit der überraschenden Einigung endet vorerst eine mehr als ein Jahr dauernde Hängepartie um das defizitäre Segment.

HB MÜNCHEN. „Gemäß der Vereinbarung wird Finisar 34 Millionen Aktien ausgeben und diese zum Kauf von Anlagen für die Entwicklung und die Produktion von optischen Transceiver-Produkten einsetzen“, teilte der weltweit viertgrößte Halbleiterkonzern am Dienstag vor der Hauptversammlung in München mit. Infineon werde nach dem bis Ende Januar geplanten Abschluss des Verkaufs etwa 13 Prozent an Finisar halten.

Der Verkauf des Teilbereichs sei der erste wesentliche Schritt zu einer Restrukturierung der Glasfaser-Aktivitäten, um diese wieder profitabel zu machen. „Infineon und Finisar haben gegenseitig auf jegliche Ansprüche und Zahlungen im Zusammenhang mit allen vorhergehenden Verträgen verzichtet“, hieß es. Gemessen am Schlusskurs der Finisar-Aktie vom vergangenen Freitag hat die Transaktion nach Infineon-Angaben ein Volumen von knapp 50 Millionen US-Dollar. Teil des Verkaufs ist die Übertragung von Lagerbeständen, Betriebsmitteln und Patenten, die mit dem Design und der Produktion von Glasfasertransceivern einhergehen. Ein Infineon-Konzernsprecher ergänzte, praktisch alle Mitarbeiter des Bereichs blieben bei Infineon beschäftigt. Für die bei Infineon verbleibenden Teile des Glasfaser-Geschäfts sei nach wie vor die Restrukturierung geplant.

„Separaten Liefervereinbarungen zufolge wird Infineon für eine Dauer von bis zu einem Jahr nach Abschluss der Transaktion Produkte für Finisar fertigen“, hieß es weiter. Eine Zustimmung der Behörden und Finisar-Anteilseigner zu dem Geschäft sei nicht nötig, das Board of Directors des US-Unternehmens habe bereits die Genehmigung erteilt.

Am 11. Januar hatte Infineon den geplanten Gesamtverkauf des Glasfaser-Geschäfts an Finisar abgesagt und dafür Versäumnisse der US-Firma verantwortlich gemacht. Zugleich kündigten die Münchener an, alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen, um die erlittenen Schäden in einem Schiedsverfahren in Deutschland geltend zu machen. Offensichtlich handelte es sich dabei aber lediglich um einen taktischen Schachzug von Infineon, um so zumindest noch Teile der defizitären Sparte abstoßen zu können.

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