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17.03.2011

14:11 Uhr

Nach AKW-Katastrophe

Japans Autobauer fürchten die Atom-Wolke

VonFlorian Brückner, Thomas Trösch

Die Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima treibt Japans Autobauer um. Sie sind besorgt, dass die Furcht vor radioaktiver Belastung von Fahrzeugen potenzielle Käufer abschrecken könnte.

Neuwagen warten auf die Verladung im Hafen von Yokohama: Angesichts der Atomkatastrophe in Fukushima ist die Nervosität bei den japanischen Automobilherstellern spürbar. Quelle: Reuters

Neuwagen warten auf die Verladung im Hafen von Yokohama: Angesichts der Atomkatastrophe in Fukushima ist die Nervosität bei den japanischen Automobilherstellern spürbar.

DüsseldorfDie Nervosität bei den japanischen Automobilherstellern ist spürbar. Neben der Sorge um die Kollegen in Japan und die Ungewissheit um Produktion und Lieferketten beschäftigt die ausländischen Dependencen auch eine Frage: Wie werden die Kunden in Europa oder Amerika auf die Katastrophe reagieren? Die atomare Krise im Kernkraftwerk in Fukushima, so die Sorge, könnte potenzielle Käufer abschrecken.

Das gilt ganz besonders für Deutschland - einem Land, in dem in mancher Apotheke schon Jodtabletten ausverkauft sein sollen, eine lebhafte Atomdebatte mit weitreichenden Folgen tobt und in dem nun auch über die mögliche radioaktive Verstrahlung von Sushi und anderen japanischen Lebensmitteln diskutiert wird. Von Thunfisch und Algenblättern ist es dann nicht mehr weit zu Autos und Ersatzteilen wie Scheibenwischern oder Alufelgen.

Offiziell will das niemand sagen - aus Angst, unnötig Öl ins Feuer zu kippen. Aber Gerüchte über erste Abbestellungen machen die Runde. Und die ersten Anfragen von Kunden gibt es auch schon, auch wenn etwa Mitsubishi bislang nur von wenigen Einzelfällen spricht.

Wie ernst das Problem aber genommen wird, zeigt sich etwa an einer Presseerklärung von Suzuki Deutschland. Im dritten Absatz heißt es da, dass sich Kunden keine Sorgen „um eine mögliche erhöhte Strahlenbelastung ihrer bestellten Fahrzeuge machen“ müssten. Sowohl die Unternehmenszentrale als auch die Werke und Lager lägen weit entfernt von der Atomkatastrophe in Fukushima.

Noch dazu, so Suzuki weiter, seien die Werksgelände und Waren auf radioaktive Belastung hin untersucht worden - ohne erhöhte Werte. Auch bei Honda nimmt man die möglichen Sorgen der Kunden ernst und gibt ein Versprechen ab: „Honda Motors garantiert, dass wir unter keinen Umständen kontaminierte Produkte oder Fahrzeuge ausliefern werden“, wie Honda-Sprecher Alexander Heintzel sagt.

Das müssten die japanischen Autobauer ohnehin nicht. Denn egal ob bei Honda oder bei Mitsubishi: Überall ist von vollen Lagerhallen die Rede und von Autos, die schon lange vor dem Erdbeben verschifft und nun auf See seien. Für die nächsten Wochen und Monate brauchten sich Kunden keine Gedanken um fehlende Ersatzteile machen. 

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