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15.06.2011

12:44 Uhr

Nach Atom-Moratorium

RWE und EnBW schalten Meiler dauerhaft ab

Die beiden Energiekonzerne RWE und EnBW fahren ihre abgeschalteten Meiler nicht wieder hoch. Nach dem Ende des Moratoriums sind die Versorger in der Defensive.

Atommeiler in Phillipsburg: RWE und EnBW wollen ihre abgeschalteten Meiler wohl vorerst nicht wieder anfahren. Quelle: Reuters

Atommeiler in Phillipsburg: RWE und EnBW wollen ihre abgeschalteten Meiler wohl vorerst nicht wieder anfahren.

BerlinVon den acht abgeschalteten Kernkraftwerken wird nach Auslaufen des Atom-Moratoriums wohl keines wieder angefahren. Neben Eon und Vattenfall werden höchstwahrscheinlich auch RWE und EnBW die Meiler vom Netz lassen. Das erfuhr am Mittwoch die Deutsche-Presse-Agentur in Berlin. Die Konzerne selbst wollten sich offiziell nicht äußern. Damit wäre das Aus für acht Meiler endgültig.

Rechtlich wäre ein Anfahren der durch das Moratorium für drei Monate stillgelegten Meiler möglich. Denn das Atomgesetz, das das dauerhafte Aus verfügt, wird nicht vor Mitte Juli vorliegen. Wollten die Konzerne in der Zwischenzeit noch einige Millionen mit Atomstrom verdienen, hätten Bund und Länder keine Handhabe dagegen.

Mit einem Atomkraftwerk lässt sich abzüglich der Steuer auf Brennelemente pro Tag mehr als eine halbe Million Euro verdienen. Unabhängig vom jetzigen Einlenken könnten alle vier AKW-Betreiber Milliardenentschädigungen fordern. Ihrer Meinung nach bedeuten das endgültige Aus für die acht abgeschalteten AKW und die schrittweise Abschaltung der neun anderen Meiler bis 2022 eine riesige Kapitalvernichtung; die festen Abschaltdaten könnten Eingriffe in Eigentumsrechte darstellen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte das am Mittwoch ausgelaufene Atom-Moratorium nach der japanischen Reaktorkatastrophe in Fukushima am 15. März verkündet. Die sieben ältesten Kernkraftwerke und der ohnehin seit Jahren vom Netz getrennte Atommeiler Krümmel wurden damit vorübergehend für drei Monate stillgelegt. Je nach Weisungszeitpunkt der Atomaufsichtsbehörden gilt das Moratorium aber noch bis Ende der Woche.

Betroffen von dem Aus sind: Neckarwestheim I, Philippsburg I (EnBW/Baden-Württemberg), Biblis A und B (RWE/Hessen), Isar I (Eon/Bayern), Unterweser (Eon/Niedersachsen) und die seit 2007 fast dauerhaft stillstehenden AKW Brunsbüttel und Krünmmel (Vattenfall/Schleswig-Holstein).

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