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15.05.2013

12:31 Uhr

Nach Aus für Werk in Bochum

Opel Zafira kommt künftig aus Rüsselsheim

Der Familienwagen Zafira kommt ab 2015 aus dem Opel-Werk in Rüsselsheim. Die Produktion wird aus dem vor der Schließung stehenden Werk in Bochum verlagert. Die China-Expansion treibt Opel derweil nur verhalten voran.

Noch kommen Opel Zafiras aus Bochum, aber Ende 2014 schließt der Autohersteller das Werk. dpa

Noch kommen Opel Zafiras aus Bochum, aber Ende 2014 schließt der Autohersteller das Werk.

RüsselsheimDer neue Opel-Chef Karl-Thomas Neumann trifft erste Entscheidungen. So wird die Produktion des Opel Zafira ab 2015 von Bochum nach Rüsselsheim verlegt werden. Außerdem hat der ehemalige VW-Manager einer größeren Offensive des krisengeschüttelten Autobauers im Boommarkt China eine Absage erteilt.

„Ein Markteintritt in großem Stil wäre enorm aufwendig und teuer. Zu teuer“, sagte er dem „Manager-Magazin“ in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview. Er wolle lieber die Menge von 4000 bis 5000 pro Jahr nach China exportierten Opel-Fahrzeugen sinnvoll ausbauen. Es ergebe für die Tochter des US-Konzerns General Motors „nicht den geringsten Sinn, sich jetzt mit Verve in ein chinesisches Abenteuer zu stürzen.“ Auch eine Produktion in China lehnte Neumann ab. Im April hatte Neumann vor allem von Russland und der Türkei als Wachstumsmärkte für Opel gesprochen.

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Jedes neue Automodell ist für Opel fast wie ein Endspiel. Beim Zafira Tourer waren die Erwartungen besonders hoch. Aber auch der Kompakt-Van konnte das Werk in Bochum nicht retten. Eine Ausfahrt.

Auf dem deutschen Heimatmarkt will er nach dem Aus für das Traditionswerk Bochum Ende 2014 die dortige Autoproduktion an den Stammsitz Rüsselsheim verlagern. Das Unternehmen werde den Familienwagen Zafira „ab 2015 in Rüsselsheim fertigen“, teilte das Unternehmen mit. Diese Verlagerung werde das Rüsselsheimer Stammwerk stärken und dessen Auslastung verbessern.

In Rüsselsheim würden damit künftig „die beiden größten und aufwändigsten Opel-Baureihen“ gefertigt. Neben dem Zafira ab 2015 wird dort bereits der Mittelklassewagen Insignia gebaut. Opel hatte im April angekündigt, sich Ende 2014 nach Jahrzehnten vollständig vom Traditionsstandort Bochum zurückziehen zu wollen. Das Unternehmen beendet dort dann die Autoproduktion und schließt auch das Bochumer Warenlager. Opel beschäftigt in Bochum bislang über 3000 Mitarbeiter, zusätzlich rund 420 in dem Warenverteilzentrum.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Mit dem Aus für den Opel-Standort Bochum endet im Ruhrgebiet eine Ära. Einst arbeiteten für Opel im Ruhrgebiet über 20.000 Menschen. Das Werk in Bochum wurde in den 60er Jahren eröffnet.

Opel beschert seinem Mutterkonzern seit Jahren Verluste. GM steuert mit einem massiven Sparkurs in Europa - mit Jobabbau und Werksschließungen - dagegen. Im ersten Quartal zeigte das Wirkung, der Verlust im Europageschäft halbierte sich auf 175 Millionen Euro. Allerdings kriselt der europäische Automarkt weiter und Opel kann nicht - ähnlich wie PSA Peugeot Citroen, Renault oder Fiat - die Absatzrückgänge mit Wachstum in anderen Teilen der Welt, vor allem in China und den USA, ausgleichen.
Neumann sagte dem „Manager-Magazin“, Opel baue in Europa inklusive der leichten Nutzfahrzeuge rund eine Million Autos im Jahr. „Damit sollten wir keine Verluste schreiben müssen.“ Das Unternehmen sei auf einem guten Weg, spätestens 2016 wieder profitabel zu sein.

Von

afp

Kommentare (4)

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zarakthuul

15.05.2013, 12:49 Uhr

Opel darf in China nicht expandieren! GM verkauft dort Opel-Entwicklungen im Buick-Kleid. Zum Beispiel den Insignia als Buick-Regal. Opel selbst ist GM fast egal. Die Entwicklungskapazitäten nutzt man gern und lässt Opel immer so weit am Rand des Abgrundes laufen, dass eine Drohkulisse gegenüber Belegschaft und Politik aufrechterhalten werden kann.

Account gelöscht!

15.05.2013, 13:22 Uhr

Ein ähnliches Spiel wie mit SAAB. Auch das gleiche Ende?

Jens

15.05.2013, 14:29 Uhr

Nein, SAAB war eine ganz andere Nummer und ein lange subventionierter Nieschenanbieter. OPEL hat ein viel breiter gefächertes Sortiment und spricht definitv ein ganz anderes Kundensegment an! Die Entwicklungen in Deutschland sind das was OPEL am Leben hält. Zurück zum SAAB, der 9-3 war bereits ein SAAB auf Vectra-Basis in anderem Blechkleid, mit natürlich den gleichen tech. Problemen oder Besserungen (z.B. der 1.9 CDTI) Der letzte 9-5 -wenn in je iener gesehen hat- entstand auf der Plattform des Insigna. SAAB war schon lange am Tropf von OPEL, auch wenn es SAAB-Fahrer nicht war haben wollten. Das nächste Opfer der Automobilbranche wird Volvo sein. Ebenfalls ein Nischenanbieter, den Ford nicht mehr subventionieren wollte und die Chinesen erst recht nicht.

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