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26.10.2011

18:51 Uhr

Nach Chefwechsel

First Solar schraubt Prognosen runter

Nur einen Tag nach der Entlassung von Chef Rob Gillette kappt der US-amerikanische Solarkonzern bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Prognose für 2011. Die Aktie konnte in New York dennoch zulegen.

Photovoltaik-Kraftwerk aus Dünnschicht-Solarmodulen von First Solar. dpa

Photovoltaik-Kraftwerk aus Dünnschicht-Solarmodulen von First Solar.

Der US-Solarkonzern First Solar hat einen Tag nach der unerwarteten Entlassung seines Chefs die Geschäftsprognosen zusammengestrichen. Das Unternehmen kündigte am Mittwoch an, auch bei den Ausgaben den Rotstift anzusetzen.

Wegen der Überkapazitäten und dem Preisverfall in der Branche peilt der Konzern nun im Gesamtjahr nur noch einen Umsatz zwischen 3,0 und 3,3 Milliarden Dollar an nach bislang 3,6 bis 3,7 Milliarden. Nach einem Gewinnrückgang im zweiten Quartal hatte der Konzern bereits im August seine Jahresziele zurückgeschraubt.

Die Aktie legte in New York dennoch um zwölf Prozent zu, nachdem sie am Dienstag wegen des völlig überraschenden Wechsels an der Konzernspitze mehr als 25 Prozent ihres Wertes eingebüßt hatte. Anleger hatten sich wegen des Rauswurfs einen Tag vor der Bilanzvorlage auf noch schlechtere Nachrichten eingestellt. Im dritten Quartal steigerte First Solar den Gewinn um rund zehn Prozent auf 2,25 Dollar je Aktie und den Umsatz um 26 Prozent auf 1,01 Milliarden Dollar.

Gründe für die Entlassung von Rob Gillette nannte der Rivale des deutschen Branchenprimus Solarworld nicht. Gillette steuerte First Solar zwei Jahre lang und war für einige umstrittene Personalveränderungen im Management verantwortlich.

In dieser für die Branche schwierigen Zeit büßte das Unternehmen mehr als 65 Prozent seines Börsenwertes ein. Der Solarindustrie setzen vor allem die Subventionskürzungen für die Erneuerbaren Energien in Europa und ein harter Preiskampf mit der Konkurrenz aus Asien zu. First Solar macht zudem zu schaffen, dass die Materialkosten bei Rivalen gesunken sind. Dadurch droht der Konzern seine Stellung als führender Billig-Anbieter zu verlieren.

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