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06.01.2014

09:33 Uhr

Nach Chrysler-Übernahme

Fiat könnte an US-Börse gehen

Die Euphorie bei Fiat treibt nach der Komplettübernahme des US-Autobauers Chrysler anscheinend neue Blüten. Bereits 2015 könnte der italienische Konzern seine Aktien primär an der US-Börse handeln lassen.

Fiat allein hätte im ersten Geschäftshalbjahr einen Verlust von rund einer halbe Milliarde Euro eingefahren, kam dank Chrysler aber auf einen Gewinn von 435 Millionen Euro. dpa

Fiat allein hätte im ersten Geschäftshalbjahr einen Verlust von rund einer halbe Milliarde Euro eingefahren, kam dank Chrysler aber auf einen Gewinn von 435 Millionen Euro.

Mailand/DetroitFür Fiat tritt der italienische Heimatmarkt nach der Komplettübernahme des US-Autobauers Chrysler offenbar immer mehr in den Hintergrund. Es sei wahrscheinlich, dass die Aktien des Konzern bereits ab 2015 primär an der Wall Street gehandelt würden, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Wechsel der Erstnotierung von Mailand nach New York würde dann auch die Neuausrichtung des Unternehmens widerspiegeln.

Bereits jetzt steht der drittgrößte US-Autohersteller für mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes und hält den Konzern in den schwarzen Zahlen. Fiat allein hätte im ersten Geschäftshalbjahr einen Verlust von rund einer halbe Milliarde Euro eingefahren, kam dank Chrysler aber auf einen Gewinn von 435 Millionen Euro. Während also das US-Geschäft immer wichtiger wird, sind die Werke in Italien laut Schätzungen der Marktforscher von IHS Automotive nur zu 41 Prozent ausgelastet. Tausende Arbeiter befinden sich dort in Kurzarbeit.

Die zehn größten Autohersteller Europas

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

„Mit einer Börsennotierung in den USA könnten sich die Investitionen und die Art, wie die Menschen über das Unternehmen denken, komplett ändern“, sagte Analyst George Galliers. Heute gelte der Konzern als schwacher europäischer Wettbewerber, mit einem Gang an der Wall Street spiele die Gruppe hingegen in einer Liga mit der Opel-Mutter General Motors und Ford. Trotz dieser Aussichten dürfte eine Neuausrichtung auf Widerstand stoßen - zumindest in Italien. Es gebe allerdings wenig, was die Politiker in Rom dagegen tun könnten, dass sich der Konzern dann auf den US-Markt konzentriere, sagte ein Analyst in Mailand.

Fiats wackelige Wette auf Chrysler

Video: Fiats wackelige Wette auf Chrysler

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