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12.01.2009

18:52 Uhr

Nach dem Insolvenzantrag

Rosenthal verhandelt mit Investor

Der Porzellanhersteller Rosenthal verhandelt über den Einstieg eines strategischen Investors. Sollte es zur Vertragsunterzeichnung kommen, will Rosenthal der Insolvenzantrag zurückziehen und keine weiteren Stellen streichen. Angeblich steht der Einstieg unmittelbar bevor.

Damit Selb weiterhin die Stadt des Porzellans bleibt, verhandelt Rosenthal über den Einstieg eines Investors. Foto: dpa. dpa

Damit Selb weiterhin die Stadt des Porzellans bleibt, verhandelt Rosenthal über den Einstieg eines Investors. Foto: dpa.

HB SELB. Der Porzellanhersteller Rosenthal hofft trotz seines Insolvenzantrags auf einen raschen Einstieg eines Investors. „Wir werden alles tun, um die Verhandlungen voranzubringen“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Volker Böhm am Montag in Selb. Auch nach der Insolvenz des Mutterkonzerns Waterford Wedgwood habe der künftige strategische Partner weiterhin ein Interesse an der Übernahme von Rosenthal, einem Fortbestand der Standorte in Oberfranken und einem Erhalt der Arbeitsplätze. Nach einem erfolgreichen Abschluss der Gespräche werde der renommierte Porzellanhersteller den Insolvenzantrag wieder zurückziehen, betonte Böhm.

Der Investor hat nach Angaben von Rosenthal-Vorstandschef Ottmar Küsel zugesagt, dass über die bereits laufenden Restrukturierungsmaßnahmen hinaus keine weiteren Arbeitsplätze abgebaut werden. Nach Abschluss sollen bei Rosenthal weltweit noch 1350 Menschen beschäftigt werden, davon etwa die Hälfte in den Werken in Selb und Speichersdorf. Mit der geplanten Konzentration der automatisierten Fertigung in Speichersdorf werde der Porzellanhersteller über eine international wettbewerbsfähige Kostenstruktur verfügen.

Laut Medienberichten gibt es bei Rosenthal eine Finanzierungslücke von acht Millionen Euro. Er habe deshalb bereits mit dem Hauptkreditgeber, der Bank of America, Kontakt aufgenommen, sagte Böhm dem Blatt. Gleichzeitig liefen die Verhandlungen mit dem Interessenten weiter, bei dem es sich um einen internationalen strategischen Investor handele, der nicht aus der Porzellanbranche komme.

Die Gespräche mit dem Investor waren laut Küsel bereits unterschriftsreif. Die Zeit nach dem Insolvenzantrag des Mutterkonzerns am 5. Januar sei aber zu kurz gewesen, um den Abschluss noch innerhalb der rechtlich zulässigen Fristen zu realisieren, sagte Küsel. „Die Zeit war unser Gegner.“ Küsel und Böhm gehen davon aus, dass die durch die neue Lage notwendig gewordenen Ergänzungen in den nächsten Wochen abgeschlossen werden. Das deutsche Insolvenzrecht lässt laut Böhm eine Frist bis Ende Februar/Anfang März.

„Wir werden alles tun, dass Rosenthal eine gute Zukunft hat“, erklärte Küsel. Gemeinsames Ziel sei es, die Insolvenzgründe zu beseitigen und die Liquidität des Unternehmens wieder herzustellen.

Noch am Montagabend wollte der vorläufige Insolvenzverwalter die Gespräche mit dem Investor fortsetzen. Am Dienstag soll die Belegschaft über die neue Lage informiert werden.

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