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11.03.2011

23:20 Uhr

Rauch wabert über einem zerstörten Wohngebiet in Sedai im Nordosten Japans. Quelle: dapd

Rauch wabert über einem zerstörten Wohngebiet in Sedai im Nordosten Japans.

Düsseldorf/TokioNach dem Jahrhundert-Erdbeben mit einer gewaltigen Tsunami-Flutwelle droht Japan jetzt eine radioaktive Verseuchung.

In der im Nordosten gelegenen Region um die Atomkraftwerke Fukushima 1 und 2 war am Samstagmorgen der atomare Notstand ausgerufen worden, nachdem die Kühlsysteme ausgefallen waren. Die Regierung in Tokio kam zu einer Krisensitzung zusammen und ordnete in weitem Umkreis der Atomkraftwerke Evakuierungen an, um die Bevölkerung in Sicherheit zu bringen.

Die Generatoren des Werks 1, die unter anderem das Kühlsystem mit Energie versorgen sollen, waren am Freitag durch den Tsunami zerstört worden. In der Nacht zum Samstag fiel dann auch in drei Reaktoren des rund zwölf Kilometer entfernten Werks 2 das Kühlsystem aus, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Betreibergesellschaft berichtete.

In beiden Werken drohte damit nach Einschätzung von Experten der Austritt von Radioaktivität und im äußersten Fall eine Kernschmelze. Daher ordnete die Regierung an, den Druck in den Reaktorgebäuden kontrolliert abzulassen. Im Kontrollraum des Kraftwerks Fukushima 1 sei die radioaktive Strahlung auf das tausendfache des normalen Werts gestiegen, berichtete Kyodo unter Berufung auf die nationale Atomsicherheitsbehörde. Es könne auch Radioaktivität aus der Anlage ausgetreten sein. Nahe dem Haupttor der Anlage sei eine achtmal so hohe Radioaktivität wie normalerweise gemessen worden.

Um Druck von dem Reaktor zu nehmen, sollte kontrolliert Dampf abgelassen werden, teilte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA in Wien mit. Dieser Dampf werde gefiltert, um die Radioaktivität nicht in die Umwelt entweichen zu lassen, hieß es unter Berufung auf japanische Angaben. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass dabei keine Radioaktivität freigesetzt werde.

Kommentare (13)

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11.03.2011, 17:04 Uhr

Da kann man eigentlich nur den Kopf schütteln. In einem Land, dass so stark erdbebengefährdet ist, mit so vielen AKWs auszustatten? Da war es nur eine Frage der Zeit, bis etwas passieren musste. Vielleicht sollte sich Japan mal überlegen, was sie da für einen Wahnsinn geschaffen haben.

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11.03.2011, 19:13 Uhr

Möge Gott den Japanern beistehen, dass sie die Kernschmelze aufhalten können. Die brauch nach dem Beben und dem Tsunami ganz sicher nicht ein neues Nagasaki oder Hirochima in Fukushima.

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11.03.2011, 19:17 Uhr

Hoffentlich können die Japaner die Kernschmelze in Fukushima noch verhindern. Nach dem Beben und dem Tsunami brauchen die jetzt ganz bestimmt kein weiteres Nagasaki oder Hiroshima.

Angesichts dessen, dass die Japaner in Ansehung ihrer Erdbebengefährdung mit viel höheren Sicherheitsanforderungen als wir bauen, möcht ich kein Bebe der Stärke 5 oder 6 bei uns erleben, jedenfalls nicht, solange Merkel, Großmann und Co hier Kernkraftwerkslaufzeiten verlängern.

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