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27.07.2015

08:48 Uhr

Nach dem Piëch-Abgang

Macht-Probe bei VW

VonMartin Murphy, Christian Schnell

Wer wird Martin Winterkorn beerben? Betriebsratschef Osterloh stärkt dem neuen Markenvorstand Diess den Rücken. Derweil laufen sich jüngere Mitglieder des Eigentümerclans Porsche/Piëch für höhere Aufgaben warm.

Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG neben einem Volkswagen XL1. Er könnte schon 2016 an die Aufsichtsratsspitze berufen werden. dpa

Martin Winterkorn

Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG neben einem Volkswagen XL1. Er könnte schon 2016 an die Aufsichtsratsspitze berufen werden.

Frankfurt/MünchenDrei Monate ist es her, da räumte VW-Patriarch Ferdinand Piëch das Feld in Wolfsburg. Aber der Schock über den Abgang des Patriarchen ist nicht verheilt - weder bei VW-Chef Martin Winterkorn noch bei der Familie Porsche/Piëch. Ein Machtvakuum können und wollen sich Führung und Eigentümer indes nicht leisten.

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Der Automobilriese ist im Sommer 2015 ein Konzern im Wandel. Alles scheint in Bewegung: Das Management, die Märkte und nicht zuletzt die Eigentümerfamilien. Absatzprobleme gibt es besonders in China und den USA.

Die Absatzprobleme in den größten Märkten China und den USA sowie die Renditeschwäche der Kernmarke VW werden am Mittwoch noch einmal ins Bewusstsein der Aktionäre rücken. Dann legt VW die Bilanz fürs erste Halbjahr vor.

Umso wichtiger ist es dem Konzern selbst, in den nächsten Wochen Schritt für Schritt einen geordneten Generationswechsel einzuleiten. Für gleich drei Vorstände - Vorstandschef Martin Winterkorn, Personalchef Horst Neumann und Finanzchef Hans Dieter Pötsch - müssen Nachfolger gefunden werden, da sie bald aus Altersgründen ihre Ämter abgeben werden.

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Die Urenkel des Firmengründers positionieren sich im Hintergrund: Nach dem spektakulären Abgang des ehemaligen Patriarchen Ferdinand Piëch drängen neue Mitglieder der Eigentümer-Clans in die VW-Aufsichtsräte.

Ob die Position des scheidenden China-Vorstands Jochem Heizmann neu besetzt wird, ist unklar. Winterkorn könnte jedenfalls schon 2016 an die Aufsichtsratsspitze berufen werden. Dafür habe er die Rückendeckung der Familien Porsche/Piëch, weil Wolfgang Porsche als Oberhaupt des Porsche-Clans intern erklärt habe, für die Position nicht zur Verfügung zu stehen.

Mögliche Nachfolger für ihn gibt es im Konzern. So wäre Herbert Diess, der die Kernmarke VW neuerdings auf Rendite trimmen soll, bei Erfolg ein Kandidat. Erst seit Juli im Vorstand, muss er seine Fähigkeiten noch beweisen. Rückendeckung von Betriebsratschef Bernd Osterloh bekommt er schon jetzt: "Ich bin sehr angetan, wie er bestimmte Dinge einschätzt", lobt Osterloh im Handelsblatt-Interview.

Zugleich widerspricht Osterloh Vorhaltungen, Europas größter Konzern werde zurzeit von der IG Metall kontrolliert. Immerhin führt der alte Gewerkschafts-Haudegen Berthold Huber nach Piëchs brüskem Abgang den Aufsichtsrat an. "VW ist kein volkseigener Betrieb", so Osterloh, der aber weiß: Die VW-Welt wird sich nicht nur im Management verändern.

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Auch in den Eigentümerfamilien macht sich eine neue Generation bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen. Acht Mitglieder der Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche nachfolgenden Generation sitzen bereits in den Aufsichtsräten von VW, Porsche, MAN und Scania. Offizieller Auftrag: Erfahrungen sammeln. Inoffizielle Mission: sich für höchste Ämter im Mutterkonzern empfehlen.

Mit Ferdinand Oliver, Daniell Porsche und Julia Kuhn-Piëch haben sich drei Urenkel des Firmengründers als mögliche Führungsfiguren positioniert. Sicher ist: Anders als in der Ära von Ferdinand Piëch ruht die Verantwortung für VW künftig auf vielen Schultern.

Kommentare (5)

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Herr Marc Otto

27.07.2015, 09:19 Uhr

Ein Blick auf den Chart von Volkswagen sagt eigentlich alles.

Die besten Zeiten von Volkwagen sind beendet und es geht in den Keller. Wie vor der Zeit von Piech, so wird Volkswagen bald wieder zum Übernehmekandidat für andere. Evtl kauft bald Opel sich hier ein.

Account gelöscht!

27.07.2015, 09:19 Uhr

Daniell Porsche? Dann gute Nacht VW. Der kann außer Kinderbücher schreiben ... nichts. Aber auch gar nichts.

Account gelöscht!

27.07.2015, 09:21 Uhr

Dem stimme ich zu! Was da aus den Familien Porsche & Piech nachrückt ist beängstigend. Null Benzin im Blut ... daher mehr als ungeeignet.

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