Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.03.2011

19:14 Uhr

Nach der Württemberg-Wahl

Oberster Wirtschaftsweiser verlässt EnBW-Aufsichtsrat

Exklusiv Der Kontrolljob bei EnBW hätte den Wissenschaftler ohnehin in die Bredouille gebracht - schließlich sitzt Wolfgang bereits im Aufsichtsrat von Ernst & Young. Jetzt zieht er die Konsequenz.

Wolfgang Franz. Quelle: dapd

Wolfgang Franz.

BerlinNach dem Wahlsieg von Grün-Rot in Baden-Württemberg hat der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz angekündigt, sein Aufsichtsratsmandat bei Deutschlands drittgrößtem Energieversorger mit der Hauptversammlung am 19. April niederzulegen. "Ich habe heute der Landesregierung mitgeteilt, dass ich für eine Position im Aufsichtsrat von EnBW nicht mehr zu Verfügung stehe", sagt Wolfgang Franz, der Vorsitzender des Sachverständigenrates der Bundesregierung und Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim ist, dem Handelsblatt.

Die Regierung von Ministerpräsident Stefan Mappus hatte im Dezember vergangenen Jahres 45 Prozent an der EnBW Energie Baden-Württemberg AG übernommen und den Konzern damit praktisch verstaatlicht.

Der Kontrolljob hat den Wissenschaftler ohnehin in die Bredouille gebracht - schließlich sitzt er bereits im Aufsichtsrat von Ernst & Young. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aber ist bei einer EnBW-Tochter mandatiert. "Deswegen hätte ich mich ohnehin für eines der Mandate entscheiden müssen", sagt der Ökonom. Seine Entscheidung zugunsten von Ernst & Young - und gegen den viel größeren Versorger - hat eindeutig mit dem Wahlausgang zu tun: "Ich will der neuen Landesregierung nicht im Wege stehen", sagt Franz.

Auch Hubert Lienhard von dem Maschinen- und Anlagenbauer Voith hat dem Handelsblatt signalisiert, er werde seinen Posten räumen, falls die neue Landesregierung das wünsche.

Die beiden Landesminister im Aufsichtsrat halten sich eine Entscheidung über den Verbleib im dem Gremium vorerst offen. Grüne und SPD haben unmittelbar nach der Wahl klargemacht, dass sie den Konzern "umbauen" wollen - ohne das Vorhaben näher zu spezifizieren.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

FragenderLeser

29.03.2011, 23:11 Uhr

Ich verstehe nicht, wieso er den Aufsichtsrat verlässt, nur weil er auch im Aufsichtsrat von Ernst & Young ist. EnBW hätte auch eine andere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wählen können.
Ok, nur deshalb den Wirtschaftsprüfer wechseln macht keinen Sinn, aber es ist doch eh mehr oder weniger egal.
Naja, andererseits ist es vielleicht besser, wenn der Konzern und die Tochtergesellschaften mehrere Wirtschaftsprüfer haben.

vileda

29.03.2011, 23:58 Uhr

Er musste erst auf den Wahlausgang warten, um einen Konflikt zu bemerken?

Wolfgang

30.03.2011, 11:49 Uhr

Wenn ich kurz auf zwei Kleinigkeiten hinweisen dürfte: das Land, in dem gewählt wurde, heißt Baden-Württemberg, und "Wolfgang" hat auch einen Nachnamen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×