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29.08.2012

13:30 Uhr

Nach Einstieg bei Rhön

Asklepios hält sich bedeckt

Nach seinem Einstieg bei Rhön will sich der private Klinikbetreiber nicht in die Karten schauen lassen. Branchenkenner gehen davon aus, dass Asklepios den Kauf von Rhön durch Fresenius verhindern will.

Der Hamburger Krankenhauskonzern ist beim fränkischen Rivalen Rhön eingestiegen. dapd

Der Hamburger Krankenhauskonzern ist beim fränkischen Rivalen Rhön eingestiegen.

FrankfurtDer private Klinikbetreiber Asklepios will sich nach dem überraschenden Einstieg beim fränkischen Rivalen Rhön-Klinikum nicht in die Karten schauen lassen. Die Asklepios-Führung hielt sich zu ihren Plänen bei Rhön in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Zwischenbericht bedeckt. „Asklepios ist als Familienunternehmen langfristig orientiert und will sich mit diesem Schritt hinsichtlich der Rhön Kliniken alle Gestaltungsmöglichkeiten offenhalten“, erklärte das Familienunternehmen lediglich.

Der Hamburger Krankenhauskonzern hatte sich Ende Juni überraschend mit gut fünf Prozent bei Rhön eingekauft. Asklepios-Gründer Bernard Broermann hatte damit die geplante Übernahme von Rhön durch den Gesundheitskonzern Fresenius vorerst zum Scheitern gebracht. Insidern zufolge hielt Asklepios zuletzt rund sieben Prozent an Rhön Klinikum. Auch der nordhessische Medizintechnikkonzern B. Braun hat inzwischen in den Übernahmekampf eingegriffen und einen Anteil von fünf Prozent an Rhön erworben. Brancheninsider gehen davon aus, dass Braun und Asklepios den Kauf von Rhön durch Fresenius verhindern wollen. Ob Fresenius ein zweites Angebot für Rhön-Klinikum vorlegen wird, ist Kreisen zufolge derzeit nach wie vor offen.


Gelingt der Zukauf in einem zweiten Anlauf, würde dies die Branche kräftig aufwirbeln, denn Fresenius, Rhön und Asklepios sind die drei größten Klinikbetreiber in Deutschland. Ein neuer Branchengigant könnte im Einkauf und bei der Logistik kräftig einsparen und von einem flächendeckenden Krankenhausnetz in Deutschland profitieren. Auch die zuletzt schleppende Privatisierung von einzelnen öffentlichen und kirchlichen Kliniken könnte ihm nichts anhaben. Asklepios betonte am Mittwoch, dass der Konzern keine große Privatisierungswelle erwarte, sondern einen scharfen Wettbewerb um wenige attraktive Ziele. Dafür sieht sich der Konzern gut gerüstet. Die Finanzierungsstruktur sei solide und biete genügend Raum.

Asklepios weitet Gewinn im Halbjahr aus
Im ersten Halbjahr steckte Asklepios den Preisdruck im Gesundheitssystem gut weg. Die Zahl der Patienten stieg um 18 Prozent auf gut 988.000 Patienten. Der Konzernüberschuss nahm bereinigt um Sondereffekte um 26,9 Prozent auf 55,6 Millionen Euro zu. Im Vorjahreszeitraum hatten hohe Abschreibungen in Griechenland das Ergebnis belastet. Der operative Gewinn (Ebitda) kletterte um 29,8 Prozent auf 129,7 Millionen Euro, seinen Umsatz baute das Unternehmen auch dank Zukäufen um 25,1 Prozent auf 1,49 Milliarden Euro aus.

Zu den Aussichten für das Geschäft im Gesamtjahr äußerte sich das Management positiv. Asklepios rechne mit einem „zufriedenstellenden organischen Umsatzwachstum.“ Seinen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen werde das Unternehmen erhöhen. Dabei setzt Asklepios auch auf die jüngsten Übernahmen.

Von

rtr

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