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07.04.2011

14:04 Uhr

Nach Erdbeben in Japan

Elektronikkonzerne kämpfen gegen Mangel

VonJan Keuchel

Nach dem schweren Erdbeben in Japan arbeiten noch lange nicht alle Fabriken der großen Elektronikkonzerne und deren Zulieferer wieder. Davon profitiert vor allem die koreanische und chinesische Konkurrenz.

Panasonic hat Probleme mit seinen Zulieferern. Quelle: Reuters

Panasonic hat Probleme mit seinen Zulieferern.

OsakaEr könnte sagen, dass er Recht hatte, sein Unternehmen neu auszurichten. Dass es richtig war, das Geschäftsmodell von Panasonic im letzten Jahr auf „grüne“ Technologie und Energiespar-Geräte zu trimmen. Aber natürlich sagt Fumio Ohtsubo, Präsident des japanischen Elektrogiganten das nicht, als er zum 1. April alle Neuankömmlinge bei der üblichen Einführungszeremonie auf das Unternehmen einschwört. Es wäre pietätlos angesichts der Katastrophe von Fukushima. Also sagt er, die Krise um das beschädigte Atomkraftwerk Fukushima werde mit Sicherheit „eine neue Debatte über die Zukunft der Energie“ auslösen. Sein Unternehmen könnte auf Dauer davon profitieren.

Momentan aber muss Ohtsubo ganz praktisch zusehen, wie er das Geschäft am Laufen hält, wie er die Lieferkette schließt. Denn noch arbeiten nicht alle eigene Fabriken und die der Zulieferer in der Unglückregion wieder. Und Panasonic ist mit der Mangelverwaltung nicht allein. Auch Sony oder Canon haben Schwierigkeiten, ihre Kunden zu versorgen. Das tun nun anderer. „So ist das Business “, heißt es bei Panasonic. Gemeint sind vor allem die Koreaner von Samsung, aber auch chinesische Anbieter.

Auch diese Wettbewerbssituation ist ein Grund, warum die Stimmung in Japans Wirtschaft nach dem Erdbeben in Richtung Pessimismus gedreht hat. Vor wenigen Tagen zeigte der so genannte Tankan-Bericht der japanischen Notenbank, dass die großen Produzenten noch kein Licht am Ende des Tunnels sehen. Und das nicht ohne Grund. In den vom Tsunami betroffenen Gebieten im Nordosten Japans sitzt ein Großteil der Zulieferindustrie, aber auch eigene Werke der Elektronikunternehmen.

Jeder kämpft dabei seinen eigenen Kampf. Sony etwa scheint Schwierigkeiten zu bekommen, die groß angekündigte Offensive in Sachen portable Spielkonsolen zu reiten. Die neue PlayStation Portable, oder kurz „NGP“ wird in diesem Jahr nur in einer Region auf den Markt kommen und nicht sowohl in Asien, Europa und den USA, ließ Jack Tretton, Präsident von Sony Computer Entertainment in Amerika, durchblicken.

Zwar korrigierte ein Unternehmenssprecher später, von einem gleichzeitigen Start in allen Regionen sei nie die Rede gewesen. Sony gab aber zugleich zu, wegen der Versorgungsengpässe mit zugelieferten Teilen seine Produktionsvolumen in den Fabriken außerhalb von Japan „neu justieren“ zu müssen.

Kommentare (1)

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Japaner

11.04.2011, 14:59 Uhr

"Bei Canon wiederum ... läuft eine wichtige Fabrik in Utsunomiya in der vom Tsunami betroffenen Präfektur Tochigi noch nicht." Bitte doch mal im Atlas nachschauen, wo Tochigi liegt. Nicht an der Küste. Wie soll da ein Tsunami hinkommen....?!

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