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20.04.2011

12:52 Uhr

Nach Erdbeben

Japans Exporte brechen drastisch ein

Das schwere Erdbeben in Japan wirft die Wirtschaft des Landes noch stärker zurück als bislang befürchtet. Mindestens sechs Monate wird es noch dauern, bis wieder Wachstum möglich ist, sagen Experten.

Schrottreife Toyota-Fahrzeuge nach dem Tsunami. Besonders die Autoindustrie ist scher getroffen. Quelle: dapd

Schrottreife Toyota-Fahrzeuge nach dem Tsunami. Besonders die Autoindustrie ist scher getroffen.

TokioDie Erdbebenkatastrophe wirft Japans Exportwirtschaft noch stärker zurück als befürchtet. Die Ausfuhren verringerten sich im März zum Vorjahr um 2,2 Prozent, wie das Finanzministerium mitteilte. Experten hatten lediglich mit einem Minus von 1,5 Prozent gerechnet. Die Importe der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft stiegen hingegen mit 11,9 Prozent sprunghaft an.

Das schwere Beben und der dadurch ausgelöste Tsunami im März markieren eine Zäsur für das Land, das einen schweren Rückschlag auf dem wirtschaftlichen Erholungskurs hinnehmen muss: Das Minus bei den Exportzahlen war der erste monatliche Rückgang seit 16 Monaten. Zum Vormonat brachen die Ausfuhren sogar um 7,7 Prozent ein - der größte Rückgang seit Anfang 2009. Experten erwarten, dass die Wirtschaftsleistung Japans im Frühjahr schrumpfen wird.

Besonders stark wurde die Automobilindustrie von den Folgen des Bebens getroffen: Toyota, Mazda & Co. exportierten 27,8 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Die Naturkatastrophen haben die Zulieferketten der Hersteller durcheinander gewirbelt: Toyota hat bereits angekündigt, dass es bei der Fertigung in den USA den Rückwärtsgang einlegen und seine dortigen Absatzziele womöglich herunterschrauben muss, falls sich Lieferengpässe bis in den Sommer hinziehen sollten.

In den japanischen Toyota-Werken ist die Produktion bereits auf rund 50 Prozent der Normalkapazität heruntergefahren worden. Auch die Elektronik- und Halbleiterindustrie ist von dem Beben zurückgeworfen worden: Der Sektor exportierte im März 6,9 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Fachleute schätzen, dass Japan angesichts dieser Probleme erst im dritten Quartal wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren wird, wenn der Wiederaufbau in den Tsunami-Gebieten im Nordosten des Landes voll angelaufen ist.

Bereits Ende kommenden Monats könnte die Ausfuhrwirtschaft das Schlimmste hinter sich haben: "Da Ende Mai die Lieferketten wieder besser funktionieren sollten, könnte sich der Einbruch bei den Exporten als kurzfristig erweisen", meint Ökonom Yuichi Kodama von Maiji Yasuda Life Insurance. Dennoch werde es voraussichtlich bis zum Ende des Jahres dauern, bis die Exporteure zur alten Stärke zurückkehren. Insbesondere im Sommer dürften die Betriebe mit Stromlieferengpässen der Energieversorger zu kämpfen haben.

Von

rtr

Kommentare (1)

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MarioDraghi

20.04.2011, 13:46 Uhr

really?

BUT!?! - last thing I heard was that my fellas at the GoldmansSack told me this is actually bullish for japanese bussiness activity, I AM CONFUSED! ;)

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