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10.06.2011

10:35 Uhr

Nach Erdbeben

Toyota erwartet massiven Gewinneinbruch

VonJan Keuchel

Japans Konzernflaggschiff Toyota schippert durch schwierige Gewässer. Erdbeben, Tsunami und ein starker Yen verdüstern die Zukunft. Am Ende des laufenden Geschäftsjahres will Toyota aber wieder zurück zu sein..

Ein Toyota-Logo auf einem Kühlergrill. Quelle: dpa

Ein Toyota-Logo auf einem Kühlergrill.

TokioDie aktuelle Lage ist nicht rosig, die Aussichten leuchten ebenfalls nicht in hellen Farben. Die Zahlen, die Toyota, Japans größter Autobauer und einstiger Weltmarktführer, am heutigen Freitag in Tokio präsentierte, sehen alles andere als aufmunternd aus. Das erwartete Nettoeinkommen für das laufende Geschäftsjahr, das am 31. März 2012 endet, liegt bei 280 Milliarden Yen (2,4 Milliarden Euro) und damit 31 Prozent unter dem Nettogewinn von 408 Milliarden Yen ein Jahr zuvor. Der Betriebsgewinn soll von 468 Milliarden Yen auf 300 Milliarden Yen einbrechen, gab Toyota-Finanzvorstand Satoshi Ozawa in Tokio bekannt.

Marktbeobachter hatten eine bessere Performance erwartet. Und dann ist da noch die Konkurrenz aus fremden Ländern. „Die koreanischen und deutschen Hersteller können ihre Wagen ohne Preiserhöhungen verkaufen“, klagte Finanzvorstand Ozawa. Ob Toyota das auf Dauer noch kann, dass weiß nur der Yen.

Denn die japanischen Autohersteller leiden nicht allein an den Folgen des verheerenden Erdbebens vom 11. März. Der ausgelöste Tsunami zerstörte viele Fabriken der Autobauer sowie der überlebensnotwendigen Zulieferindustrie.

Zusätzlich erschwert die dauerhaft starke heimische Währung zu Dollar und Euro den Absatz in den wichtigen Automärkten USA und Europa – indem er die japanischen Produkte verteuert. Dort gemachte Gewinne schrumpfen zudem beim Rücktransfer ins Inland. Erst vor wenigen Tagen forderte der japanische Automobilverband die Regierung auf, etwas gegen diese Situation zu unternehmen. Toyota, das seine Vorhersage für das laufende Geschäftsjahr auf einen Wechselkurs von 82 Yen zum Dollar stützt, ließ wissen, dass der starke Yen den Profit um 100 Milliarden Yen verkleinern wird.

Der Konzern aus Toyota-City wäre aber nicht Japans Produktionsvorbild, wenn die Japaner nicht gleichzeitig versuchen würden, schneller als von vielen erwartet wieder auf die Beine zu kommen. Im November soll sich Toyota wieder voll erholt haben, gab Firmenboss Akio Toyoda vor kurzem bekannt. Zurzeit fehlten noch etwa 30 Teile in der Produktionskette. Und am Ende dieses Geschäftsjahres soll die Zahl der produzierten Einheiten wieder bei knapp 7,24 Millionen liegen.

Das ist zwar der Stand aus dem Jahr 2010. Aber es dürfe nicht vergessen werden, so Ozawa, dass das Erdbeben dem Unternehmen im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres ein Produktionsminus von 800.000 Wagen bringen wird. Dieses Minus soll aber wiederum im 2. Halbjahr nahezu wett gemacht werden.

Marktbeobachter zeigten sich deshalb auch nicht völlig unzufrieden. „Die Vorhersage war sehr konservativ“, sagt Koji Endo, Analyst bei Advanced Research Japan.  „Das Unternehmen wird sie wahrscheinlich nach oben revidieren nach dem zweiten Quartal.“

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