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28.10.2016

13:01 Uhr

Nach erfolgreichem Quartal

Sanofi hebt Gewinnprognose an und will zukaufen

Das Pharmaunternehmen Sanofi hat seinen Gewinn im dritten Quartal um fast zehn Prozent gesteigert – dank der Biotech-Tochter und des frühen Starts der Grippeimpfungen. Nun will der Konzern auf Einkaufstour gehen.

Der Gewinn des Pharmakonzerns ist im dritten Quartal überraschend gestiegen. Reuters

Sanofi

Der Gewinn des Pharmakonzerns ist im dritten Quartal überraschend gestiegen.

ParisDer französische Pharmakonzern Sanofi will mit prall gefüllter Kasse auf Einkaufstour gehen. Laut Vorstandschef Olivier Brandicourt steht die Firma angesichts niedriger Verschuldung und starker Barmittelzuflüsse so gut da, dass sie milliardenschwere Aktienrückkäufe stemmen und auch Zukäufe ins Auge fassen kann: „Wir werden in der Lage sein, schnell zu handeln, wenn sich attraktive Gelegenheiten bieten.”

Sanofi hat im dritten Quartal überraschend gut verdient. Die Franzosen profitierten dabei von ihrer Biotech-Tochter Genzyme und einem frühen Start der Grippeimpfungen in den USA. Der um Sonderfaktoren bereinigte Nettogewinn stieg von Juli bis September um knapp zehn Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich um gut zwei Prozent 9,65 Milliarden Euro.

Das Management des Pharmakonzerns rechnet im Gesamtjahr jetzt mit einem Zuwachs beim Gewinn je Aktie von drei bis fünf Prozent. Dabei werden Währungsschwankungen herausgerechnet. Zuvor wurde von einem in etwa stabilen Wert ausgegangen.

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Mit der Krebs-Immuntherapie Keytruda verzeichneten die Amerikaner im dritten Quartal das mit Abstand stärkste Wachstum bei ihren Medikamenten. Die Erlöse mit dem Mittel stiegen um 124 Prozent auf 356 Millionen Euro.

Sanofi hatte dieses Jahr bereits ein Auge auf den US-Krebsspezialisten Medivation geworfen, wurde im Bieterwettstreit jedoch von dem US-Rivalen Pfizer ausgestochen. Der Konzern will sich nun von seiner europäischen Generika-Sparte trennen, die 2015 rund 800 Millionen Euro Umsatz machte. Laut Finanzchef Jerome Contamine ist das Geschäft mit Nachahmer-Produkten fast so profitabel wie das Firmengeschäft insgesamt. Dennoch will Sanofi die europäische Generika-Sparte abstoßen, da es die anstehenden Zukunftsinvestitionen scheut. Die entsprechenden Teile in Russland, den GUS-Staaten und der Türkei bleiben bei dem geplanten Verkauf außen vor.

Sanofi hat zudem bereits mit Boehringer Ingelheim ein milliardenschweres Tauschgeschäft vereinbart: Die Deutschen übernehmen das Tiermedizingeschäft Merial von den Franzosen. Sanofi übernimmt im Gegenzug das Geschäft mit rezeptfreien Arzneien und Gesundheitspräparaten. Weil diese Sparte mit ihrem Verkaufsschlager "Mucosolvan"-Hustensaft aber weniger wert ist, muss Boehringer Sanofi noch zusätzlich 4,7 Milliarden Euro zahlen. Mit den aus dem Deal frei werdenden Mitteln will Sanofi unter anderem sein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 3,5 Milliarden Euro stemmen.

Von

rtr

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