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18.05.2011

15:10 Uhr

Nach Fristablauf

Rosneft immer noch zur Kooperation mit BP bereit

Obwohl die Frist für den milliardenschweren Aktientausch abgelaufen ist, zeigen sich BP und Rosneft immer noch gesprächsbereit. Gemeinsam wollen sie ein Ölfeld in der russischen Arktis ausbeuten.

Der britische Konzern BP kann weiterhin auf eine Kooperation mit Rosneft hoffen. Quelle: Reuters

Der britische Konzern BP kann weiterhin auf eine Kooperation mit Rosneft hoffen.

MoskauDer russische Ölkonzern Rosneft zeigt sich weiter offen für eine Kooperation mit dem britischen Ölmulti BP. Auch nach dem Ablauf der Frist für den vereinbarten milliardenschweren Aktientausch könnten die Gespräche über eine Zusammenarbeit fortgesetzt werden, teilte Rosneft am Mittwoch mit. "Rosneft hat von BP Vorschläge erhalten, die über die bisherigen Vereinbarungen hinausgehen und keine Verlängerung der Frist erfordern, die am 16. Mai 2011 auslief", teilte der russische Staatskonzern mit. Zugleich betonte Rosneft, eigene Pläne für die Erschließung der arktischen Karasee vorlegen zu wollen. Die Briten vermuten dort Milliarden Barrel an Erdöl sowie Gas und planten mit der Rosneft-Kooperation den Einstieg in der russischen Arktis.

Ein Streit von BP mit den Miteignern des russischen Joint Ventures TNK-BP blockiert bislang die geplante Kooperation mit Rosneft. In der Nacht zu Dienstag lief für BP die entscheidende Frist ab, um den mit Rosneft vereinbarten Aktientausch im Volumen von umgerechnet elf Milliarden Euro unter Dach und Fach zu bringen. Grund dafür war der erbitterte Widerstand von vier russischen Oligarchen, die die andere Hälfte von TNK-BP halten. Sie bestanden darauf, dass nicht BP selbst, sondern TNK-BP mit Rosneft in der Arktis Öl fördert.

BP hatte bereits deutlich gemacht, die Gespräche mit Rosneft fortführen zu wollen. BP-Chef Bob Dudley hatte nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters den Oligarchen gemeinsam mit Rosneft kurz vor Fristablauf insgesamt 22 Milliarden Euro für ihren Anteil an TNK-BP geboten. Dudley, bis 2008 selbst Chef von TNK-BP, wollte mit der Kooperation zeigen, dass der Konzern trotz der horrenden Folgekosten der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zu Wachstum fähig ist.

Von

rtr

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