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11.01.2007

13:39 Uhr

Nach Gerichtsentscheid

Acciona schnappt sich weitere Endesa-Anteile

Der spanische Mischkonzern Acciona kommt dem Eon-Konzern bei dessen Plänen zur Übernahme von Endesa immer mehr in die Quere. Nachdem es gestern so aussah, als wäre Eon schon einen Schritt weiter, zeigt sich nun wieder, wo das größte Problem bei der Übernahme liegt.

MADRID/DÜSSELDORF. Acciona teilte am Donnerstag mit, seinen Anteil an dem größten spanischen Versorger auf 21,03 Prozent von zuletzt rund 20 aufgestockt zu haben. Zudem habe das Unternehmen Broker damit berauftragt, die Beteiligung auf bis zu 24,9 Prozent zu erhöhen. Acciona war im September bei Endesa eingestiegen und hatte damit Eon zu einer Erhöhung seiner Offerte gedrängt. Von Eon war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Acciona teilte mit, es habe in der Zeit vom 29. Dezember bis 9. Januar rund elf Mill. Endesa-Aktien zum Kurs von 35,22 bis 35,90 Euro gekauft. Am Donnerstag notierte das Papier bei 36,71 Euro. Eon bietet 34,50 Euro je Aktie oder 36,5 Mrd. Euro in Bar. Analysten haben darauf verwiesen, dass Eon wohl seine Offerte nochmals anheben müsse, um die Mehrheit an Endesa zu erwerben. Der Düsseldorfer Konzern hatte nicht grundsätzlich ausgeschlossen, seine Offerte nochmals zu überprüfen, sah dafür jedoch zuletzt keinen Anlass.

Am Mittwoch hatte der Dax-Konzern eine wichtige Hürde genommen. Der oberste spanische Gerichtshof hob eine von zwei Klagen auf, die indirekt die Offerte des Düsseldorfer Konzerns blockieren. Eon-Chef Wulf Bernotat äußerte sich daraufhin zuversichtlich, dass auch die zweite Klage in Kürze aufgehoben wird. Darüber berät ein Handelsgericht in Madrid. Eine Entscheidung wird frühestens kommende Woche erwartet.

Mit den beiden Klagen hatte sich Endesa ursprünglich gegen ein als feindlich betrachtetes Übernahmeangebot von Gas Natural zur Wehr gesetzt. Endesa hatte jedoch später die Aufhebung der Klagen beantragt, da diese auch die Eon-Offerte blockieren. Nach spanischem Recht müssen die beiden Angebote parallel auf den Markt.

Das Angebot von Eon ist ein reines Barangebot, während Gas Natural zum Teil eigene Aktien anbietet. Der Wert der Gas-Natural-Offerte beträgt derzeit rund 24 Mrd. Euro. Gas Natural hatte den Übernahmekampf um Endesa im September 2005 eröffnet. Eon war mit einer deutlich höheren Offerte im Februar 2006 in das Rennen eingestiegen und hatte diese später noch angehoben. Eon will mit Endesa in die Weltspitze der Strom- und Gasversorger aufrücken.

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