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22.03.2012

08:34 Uhr

Nach Gewinnanstieg

SGL Carbon zahlt erste Dividende seit Jahren

14 Jahre sind die Aktionäre des Elektroden- und Carbonfaserherstellers leer ausgegangen. Nach satten Zuwächsen bei Umsatz und Betriebsgewinn gibt es jetzt 20 Cent je Anteilsschein.

Das Logo der SGL Group am Eingang des SGL Carbon-Werks in Meitingen. dpa

Das Logo der SGL Group am Eingang des SGL Carbon-Werks in Meitingen.

FrankfurtDer Elektroden- und Carbonfaserkonzern SGL schüttet nach 14 Jahren erstmals wieder eine Dividende an seine Aktionäre aus. Sie sollen 20 Cent pro Anteilsschein erhalten, wie das Wiesbadener Unternehmen am Donnerstag mitteilte - bisher hatte der Konzern nur 1998 eine Dividende von 2,35 Mark ausbezahlt. Dank der robusten Konjunktur und der hohen Nachfrage nach Elektroden für die Stahlindustrie baute SGL Carbon seinen Betriebsgewinn 2011 um 29 Prozent auf 165,5 Millionen Euro aus, die Umsatzrendite (ROS) stieg auf 10,4 Prozent. Der Umsatz kletterte um zwölf Prozent 1,54 Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit mehr Umsatz und Betriebsgewinn, sofern sich die Lage der Weltwirtschaft im Jahresverlauf verbessert. „Allerdings ist gegenwärtig schwierig einzuschätzen, ob das Ziel einer Konzernumsatzrendite von mindestens zwölf Prozent zum Ende des Geschäftsjahres 2012 erreichbar sein wird“, erklärte das Unternehmen. Spätestens 2013 wolle der Konzern dieses Ziel jedoch wieder erreichen.

Dieser vorsichtige Ausblick machte Anleger skeptisch. Der Aktienkurs rutschte im frühen Geschäft von Lang & Schwarz um mehr als drei Prozent ab und waren damit schwächster Wert im MDax. „Das Unternehmen klingt für 2012 nicht besonders zuversichtlich - da hilft es auch nicht, dass seit 14 Jahren erstmals wieder eine Dividende gezahlt werden soll“, sagte ein Börsianer.

Der Kohlenstoffspezialist verstärkt sein Carbonfasergeschäft mit einem Zukauf und erweitert damit sein Produktionsnetzwerk. Mit dem Großaktionär der portugiesischen Fisipe (Fibras Sinteticas de Portugal) sei ein
Vertrag zur Übernahme von 86 Prozent an dem börsennotierten Unternehmen unterzeichnet worden, teilte die SGL Group am Donnerstag mit. Der Kaufpreis liege bei rund 25 Millionen Euro. Auch die restlichen Anteile wollen die Wiesbadener übernehmen und haben dazu ein Pflichtangebot bei der Börsenaufsicht eingereicht. Den Abschluss der Übernahme erwartet SGL Ende April.

Mit der Übernahme bekommt der Konzern einen weiteren Produktions-Standort für den Carbonfaser-Rohstoff, den sogenannten Precursor. Derzeit arbeiten dort rund 330 Mitarbeiter. Carbonfasern eignen sich wegen ihrer hohen Stabilität und ihres geringen Gewichts für den Einsatz im automobilen Leichtbau, bei Flugzeugen oder in der Windkraft.

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