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14.03.2013

08:31 Uhr

Nach Gewinneinbruch

Wacker-Aktionäre müssen bluten

Beim Spezialchemiekonzern Wacher Chemie ist der Gewinn im vergangenen Jahr um 70 Prozent eingebrochen. Die Dividende wird um fast drei Viertel gekürzt. Auch das laufende Jahr verspricht keine Besserung.

Firmenzentrale der Wacker Chemie AG in München. Der Gewinn Wackers ist um 70 Prozent eingebrochen. dpa

Firmenzentrale der Wacker Chemie AG in München. Der Gewinn Wackers ist um 70 Prozent eingebrochen.

MünchenDer Gewinneinbruch des Spezialchemiekonzerns Wacker trifft auch dessen Aktionäre. Die Münchner wollen die Dividende auf 0,60 Euro von 2,20 Euro je Aktie im Vorjahr kürzen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Wegen des Preisverfalls von hochreinem Silizium, dem Ausgangsstoff der Solar- und Halbleiterindustrie, war der Wacker-Gewinn im vergangenen Jahr um 70 Prozent auf 106,8 Millionen Euro eingebrochen. Die geringere Ausschüttung bekommt vor allem Aufsichtsratschef Peter-Alexander Wacker zu spüren, der mit seiner Familie rund zwei Drittel der Anteile hält.

Für das laufende Geschäftsjahr zeigten sich die Oberbayern vorsichtig. Der Umsatz werde auf dem Vorjahresniveau von rund 4,6 Milliarden Euro stagnieren, sagte Wacker-Chef Rudolf Staudigl voraus. Das operative Ergebnis (Ebitda) werde aber angesichts der niedrigen Marktpreise für das einst heiß begehrte Polysilizium weiter schrumpfen.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Mit seinen Investitionen wird Wacker vorsichtiger: „Die Investitionssumme wird in den nächsten beiden Jahren dynamisch gesteuert und entsprechend der Ertragskraft angepasst“, sagte Finanzvorstand Joachim Rauhut. Im laufenden Jahr will Wacker knapp 600 Millionen Euro in seine Technik stecken, rund die Hälfte des Vorjahreswerts. Den Aufbau des neuen US-Werks wird das Unternehmen laut Rauhut nicht vollständig aus der Tageskasse stemmen können. Die Verschuldung solle aber 2013 nicht über eine Milliarde Euro hinausgehen.

Von

rtr

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