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26.07.2013

13:02 Uhr

Nach Gewinnwarnung

Siemens soll Strategie wechseln

Es ist nicht das erste Mal, dass Siemens-Chef Löscher wie am Donnerstag die Gewinnprognosen eilig zurückzieht. Den Arbeitnehmervertretern ist das nicht geheuer – sie fürchten, dass weitere Jobs abgebaut werden könnten.

Irreführende Handbewegung: Auch wenn Siemensvorstandschef  Peter Löscher es sich von ganzem Herzen wünscht, mit Siemens geht es nicht so stark bergauf, wie er gern prognostiziert. dpa

Irreführende Handbewegung: Auch wenn Siemensvorstandschef Peter Löscher es sich von ganzem Herzen wünscht, mit Siemens geht es nicht so stark bergauf, wie er gern prognostiziert.

MünchenArbeitnehmervertreter verlangen von der Siemens -Spitze nach der überraschenden Gewinnwarnung vom Donnerstag einen Strategieschwenk. „Fünf bis sechs Milliarden Euro Gewinn sind offenbar immer noch zu wenig“, kritisieret IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner in der „Donau-Zeitung“ den Sparkurs von Siemens-Chef Peter Löscher. Insbesondere in Deutschland brauche der Konzern eine neue Perspektive. „Ich halte es nicht für unzulässig zu sagen: Wir wollen, dass ihr die Basis im Land erhaltet.“

Siemens-Chef Löscher kappte trotz aller Sparbemühungen am Donnerstag sein Renditeziel für 2014 und kommt damit enorm unter Druck. Seit seinem Amtsantritt musste er damit sechs Mal seine Voraussagen revidieren. Zudem wird Siemens durch zahlreiche Trennungen von Sparten immer kleiner, während Konkurrenten wie ABB oder GE wachsen. Seit seinem Amtsantritt hat Löscher zwar wiederholt den Gewinn seines Hauses nach oben getrieben, der Börsenwert sackte indes um knapp ein Viertel ab.

Vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung am Mittwoch kann Löscher offenbar nicht mehr voll auf die Unterstützung der Arbeitnehmervertreter in dem Kontrollgremium bauen. Betriebsratschef Lothar Adler monierte bereits vor der jüngsten Gewinnwarnung: „Ich vermisse eine nachhaltige und zukunftsorientierte Unternehmenspolitik“, klagte er. Siemens brauche einen „Kurswechsel, bei dem wieder der Mensch im Mittelpunkt steht“. Am Freitag herrschte seitens der Betriebsräte und deren Vertreter demonstratives Schweigen zu der Prognosesenkung und Löschers unsicherer Zukunft. „Wir sagen da mal nichts dazu“, sagte ein Sprecher des Gesamtbetriebsrats.

Das Inland leidet besonders stark unter der Firmenpolitik Löschers. Seit seinem Amtsantritt sank die Zahl der deutschen Stellen um 25.000 auf 119.000 – nur im fortgeführten Geschäft. Der Jobabbau bei verkauften oder ausgegliederten Sparten wie dem IT-Geschäft oder Osram nicht miteingerechnet. Zudem geht der Abbau von Arbeitsplätzen weiter. Weltweit veranschlagen Gewerkschafter den Stellenabbau auf weitere 10.000, den Großteil davon in Deutschland. Allein im laufenden Geschäftsjahr kostet der Abbau rund eine Milliarde Euro an Abfindungen und ähnlichem.

Von

rtr

Kommentare (7)

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Realsatire

26.07.2013, 13:46 Uhr

Hoffentlich wird der AR am 31.07. seinen Pflichten als Kontrollgremium gerecht. Herr Löscher möge woanders wirken. UNd wenn der AR-Vorstitzende einen guten und hellen Moment hat, dann holt er Heinrich Hiesinger von Thyssen zurück. Hiesinger kennt Siemens, hat nachweislich so manchen Karren aus dem Dreck gezogen, und bei Thyssen wird er verheizt, mit schier unlösbaren Aufgaben seiner Vorgänger belastet. Das hat dieser hochqualifizierte, motivierende, gradlinige und bescheidene Unternehmer nicht verdient. Ich halte meine Aktien noch ein paar Tage und bin sehr gespannt, was kommenden Mittwoch bei Siemens passiert.

DerDoolittle

26.07.2013, 13:49 Uhr

Es ist noch nie gelungen ein Unternehmen von der Größe Siemens nur mit Kennzahlen zu "fahren" und nur auf den shareholder value zu setzen. Ein Herr von Pierer hatte Weitsicht, der hier nicht mal Einsicht...

HB-Leser

26.07.2013, 13:50 Uhr

Aus allen Ritzen dieser Rest-Firma strömt der Geruch der Verwesung. Wann erlöst Löscher endlich diese totgeweihte Firma von ihren Leiden. Löscher sollte jetzt zügig seinen Auftrag (von"GE") erfüllen und Siemens auslöschen! Am besten reduziert er die Geschäftsbereiche auf das eigentlich einzig profitable Kerngeschäft, den Verkauf von Betriebsteilen. Dazu ist nur eine Person notwenig und locker erreicht er einen 20%-igen Gewinn.

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