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05.01.2011

09:10 Uhr

Nach herben Verlusten

Manroland hofft auf Gewinn für 2011

VonMartin Murphy

ExklusivDie Druckmaschinenindustrie bleibt weiter im Krisenmodus. Dennoch sieht Manroland-Chef Gerd Finkbeiner die Trendwende erreicht. Nach hohen Verlusten und einem massiven personellen Aderlass will der Augsburger Druckmaschinenhersteller 2011 wieder schwarze Zahlen schreiben. Ein Börsengang ist allerdings unwahrscheinlich.

Manroland-Mitarbeiter an einer Druckmaschine: In der Weltrangliste fiel das Unternehmen auf Platz drei zurück. Quelle: dpa

Manroland-Mitarbeiter an einer Druckmaschine: In der Weltrangliste fiel das Unternehmen auf Platz drei zurück.

FRANKFURT. "Ich denke, dass wir im Jahr 2012 eine Normalisierung in der Branche haben werden", sagte Manroland-Chef Gerd Finkbeiner dem Handelsblatt. Bereits im abgeschlossenen Jahr habe sein Unternehmen einen deutlichen Schritt nach vorne machen können.

Schwarze Zahlen schrieb das Unternehmen aber nicht. "Wir haben auch 2010 Verluste gemacht", sagte Finkbeiner. Konkrete Zahlen wollte er nicht nennen. Bereits im Jahr 2009 hatte Manroland einen Fehlbetrag in dreistelliger Millionenhöhe eingefahren, das Augsburger Unternehmen musste sich über eine Kapitalerhöhung rund 200 Millionen Euro holen.

Doppelte Krise

Manroland und seine Konkurrenten sind von einer doppelten Krise betroffen. Wegen fehlender Aufträge halten sich die Druckereien mit Bestellungen zurück; zugleich wandert immer mehr Geschäft ins Internet ab. Dort wird zunehmend Werbung geschaltet, zugleich schrumpft der Zeitungsmarkt unaufhörlich.

Die Folgen lassen sich an den Bilanzen ablesen. Heideldruck und Koenig & Bauer mussten einen ordentlichen Umsatzrückgang hinnehmen, am härtesten traf es aber Manroland. Der Umsatz rutschte im vergangenen Jahr sogar unter eine Milliarde Euro - halb so viel wie im Rekordjahr 2006.

Der Einbruch hat Folgen: In der Weltrangliste fiel Manroland hinter Koenig & Bauer auf Platz drei zurück. Unangefochtener Marktführer bleibt Heidelberger Druck.

Auch wenn Finkbeiner eine steigende Nachfrage nach Druckmaschinen sieht, zu alten Rekorden wird die Branche nicht zurückkehren. Manroland habe daher seine Kapazitäten wesentlich angepasst, sagte der Manager. "Wir stellen uns auf ein Maschinenvolumen im Bogenbereich von 75 Prozent und im Rollenbereich von 60 Prozent zum Referenzjahr 2007 ein." Derzeit liegt die Auslastung bei den für Zeitungsdruck benötigten Rollendruckmaschinen bei 50 Prozent und im Bogen bei 60 Prozent. Letztere Maschinen werden für den Druck von Magazinen und Werbezetteln verwendet. "Eine zufrieden stellende Auslastung werden wir 2012 erreichen", sagte Finkbeiner.

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