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29.07.2011

10:52 Uhr

Nach Millionen-Verlust

EnBW will Sparkurs verschärfen

Die Atom-Wende hat das Ergebnis von EnBW schwer belastet. Neben einem Sparkurs denkt der Konzern über eine Kapitalerhöhung nach. In diesem Jahr rechnet EnBW mit einem Einbruch des operativen Ergebnisses von 25 Prozent.

Der Atom-Ausstieg macht EnbW schwer zu schaffen. Quelle: dpa

Der Atom-Ausstieg macht EnbW schwer zu schaffen.

KarlsruheDeutschlands drittgrößter Stromversorger EnBW will nach einem drastischen Verlust im ersten Halbjahr mit einem verschärften Sparkurs und mehr Beteiligungsverkäufen Geld für die Energiewende reinholen. Auch über eine Kapitalmaßnahme werde nachgedacht, teilte das Unternehmen am Freitag in Karlsruhe mit. „Unser Ziel ist es, trotz schwieriger energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen die Finanzierungs- und damit Investitionsspielräume zu erhalten“, sagte Vorstandschef Hans-Peter Villis laut Mitteilung.

EnBW hatte bereits vor einigen Tagen mitgeteilt, dass der staatlich verfügte Atomausstieg den baden-württembergischen Stromversorger tief in die roten Zahlen gedrückt hat. Unter anderem wegen zusätzlicher Belastungen durch die Stilllegung zweier Kernkraftwerke drehte das Nettoergebnis im ersten Halbjahr mit rund 590 Millionen Euro ins Minus, vor einem Jahr verdiente EnBW noch 900 Millionen Euro.

Auch das schwedische Unternehmen Vattenfall, das in Deutschland zwei Atomkraftwerke betrieben hatte, drückt der Atomausstieg ins Minus. Bei den beiden großen Versorgern RWE und Eon, die im August ihre Halbjahreszahlen vorlegen, werden deutliche Belastungen erwartet.

EnBW musste im Zuge der Energiewende von seinen vier Atomkraftwerken die Meiler Neckarwestheim I und Philippsburg I abschalten. Dazu kamen im ersten Halbjahr noch Wertberichtigungen auf zwei Beteiligungen. EnBW hält an seinem negativen Ausblick fest, wonach das operative Ergebnis im laufenden Jahr um 25 Prozent zurückgehen sollte. Für die Energiewende eingenommene Mittel will EnBW vor allem in Wind- und Wasserkraft stecken.

Von

dpa

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