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07.12.2011

16:21 Uhr

Nach neuem Protest

VW sagt Treffen mit Greenpeace ab

Wegen einer neuen Greenpeace-Aktion will sich Volkswagen nicht mit Vertretern der Umweltschutzorganisation treffen. Die entgegnet, der Protest sei lediglich eine allgemeine Kampagne zum aktuellen Klimagipfel.

„Climate Change Made in Germany“ wehte Anfang November an einem VW-Werk. dapd

„Climate Change Made in Germany“ wehte Anfang November an einem VW-Werk.

Wolfsburg/HamburgNeuer Streit zwischen Volkswagen und Greenpeace: Europas größter Autobauer sagte heute ein für kommende Woche geplantes Treffen von Konzernchef Martin Winterkorn mit Vertretern der Umweltschutzorganisation ab. Grund dafür ist nach VW-Angaben ein erneuter Protest vor dem Wolfsburger Stammwerk, bei der Greenpeace das Unternehmen als Klimasünder attackiert.

Ein Konzernsprecher zeigte sich enttäuscht: „Wir hätten uns sehr über das Treffen gefreut, weil uns der Dialog mit Greenpeace und auch anderen Umweltorganisationen ein wichtiges Anliegen ist.“ Wenige Tage vor dem Termin mit Winterkorn sei man nun „aber überzeugt, dass in dieser Atmosphäre keine konstruktiven Gespräche zu erwarten“ seien. Die großen Sympathien, die auch viele VW-Mitarbeiter grundsätzlich für Greenpeace hätten, würden durch Häme und Polemik verspielt.

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Kaum sind die neuen Effizienzklassen für Neuwagen eingeführt, da steht erster Ärger an. Die Deutsche Umwelthilfe greift VW an. Angeblich haben die Wolfsburger eine eigene Klasse "H" erfunden - extra für den Phaeton.

Greenpeace konterte, bei der Aktion handele es sich um eine allgemeine Info-Kampagne anlässlich der UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban. „Wir sind fest davon ausgegangen, dass das für den 13. Dezember vorgesehene Treffen mit Herrn Winterkorn stattfindet“, sagte Energieexperte Karsten Smid. Die Veranstaltungen auf dem Schiff „Beluga II“ am Werk seien kein Anlass für die Absage.

In der schriftlichen Ankündigung zu seinen „Klima-Infotagen“ hatte Greenpeace direkt Bezug auf eine „mangelnde Umweltverantwortung“ von VW genommen. Dies bemängelte der Konzern kurz vor dem Gespräch als schlechten Stil: „Das ist alles andere als Dialogbereitschaft.“

Zudem muss sich VW mit Vorwürfen der Deutschen Umwelthilfe auseinandersetzen. Die warf dem Autobauer heute vor, die Klimabilanz seiner Flotte zu schönen: Eine selbst geschaffene Kategorie zur Energieeffizienz zeichne ein falsches Bild. Auf den Internet-Seiten von VW war bei einigen Modellen zusätzlich zu den gesetzlich vorgesehen Klassen „A+“ (effizient) bis „G“ (ineffizient) eine Kategorie „H“ zu sehen. Der Umweltverband argwöhnte, schwere und verbrauchsstarke Modelle sollten damit von der tiefsten auf die zweittiefste Stufe gehoben werden.

Nach einer internen Prüfung erklärte VW, bei der verwirrenden Kennzeichnung habe es sich um einen „bedauerlichen Irrtum“ gehandelt. „Für diesen Fehler entschuldigen wir uns bei unseren Kunden. Wir weisen aber den Vorwurf einer bewussten Verbrauchertäuschung zurück“, hieß es aus der Unternehmenszentrale. Die überflüssige Klasse „H“ sei nicht bei den Händlern, sondern nur im Internet erschienen. Dort werde sie sofort entfernt: „Die Korrektur ist angelaufen.“

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