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31.07.2012

10:40 Uhr

Nach Quartalsergebnis

Bayer legt die Messlatte höher

Der Pharma- und Chemieriese verdiente im zweiten Quartal deutlich mehr. Besonders die Nachfrage nach Agrarchemikalien trieb das Ergebnis in die Höhe. Nun hebt Konzernchef Marijn Dekkers das Jahresziel an.

Vor Sondereffekten verdiente Bayer prächtig. dapd

Vor Sondereffekten verdiente Bayer prächtig.

FrankfurtDer Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat nach einem kräftigen Anstieg des operativen Gewinns im zweiten Quartal seine Jahresziele angehoben. Konzernchef Marijn Dekkers steuert nun 2012 einen Umsatzanstieg von vier bis fünf Prozent auf 39 bis 40 Milliarden Euro an - bereinigt um Währungseffekte sowie um Firmenkäufe und -verkäufe, wie der Leverkusener Konzern am Dienstag mitteilte.

Seinen um Sondereinflüsse bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) will Bayer jetzt im oberen einstelligen Prozentbereich erhöhen. Bislang hatte das Traditionsunternehmen einen rund dreiprozentigen Zuwachs des Jahresumsatzes auf etwa 37 Milliarden Euro und einen leichten Anstieg des bereinigten operativen Gewinns in Aussicht gestellt.

Im abgelaufenen Quartal profitierte Bayer unter anderem von hoher Nachfrage nach Agrarchemikalien und erhielt zudem Rückenwind durch einen schwachen Euro. Im zweiten Quartal steigerte der Konzern den Umsatz um zehn Prozent auf 10,2 Milliarden Euro.

Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) nahm um 6,7 Prozent auf 2,17 Milliarden Euro zu. Analysten hatten mit 2,08 Milliarden Euro gerechnet. Der Nettogewinn ging aufgrund hoher Sonderbelastungen - etwa für Rechtsfälle und Umbaumaßnahmen - um 34 Prozent auf 494 Millionen Euro zurück.

Zugleich meldete der Konzern, dass im US-Gerichtsstreit um Gesundheitsschäden im Zusammenhang mit Antibaby-Pillen Vergleiche über mehrere hundert Millionen Dollar schließen konnte. Bayer habe sich ohne Anerkennung einer Haftung bis zum 19. Juli in den USA insgesamt mit 1877 Klägerinnen verglichen und dafür 402,6 Millionen Dollar aufgewendet, teilte der Pharma- und Chemiekonzern am Dienstag mit. Im zweiten Quartal hatte Bayer für die Prozesse Sonderkosten von rund einer halben Milliarde Euro in der Bilanz untergebracht.

Die Auseinandersetzung um Gefahren von Drospirenon-haltigen Antibaby-Pillen, zu denen auch die Bayer-Mittel Yaz und Yasmin gehören, beschäftigt in den USA schon seit Jahren die Gerichte. Mitte Juli waren in den USA noch 12.325 Klagen anhängig. Die Anbtibaby-Pillen gehören zu den umsatzstärksten Präparaten der Bayer-Pharmasparte. Mit den vom Zukauf Schering übernommenen Mitteln Yaz und Yasmin erzielte der Konzern 2011 weltweit Verkaufserlöse von 1,07 Milliarden Euro.

Kommentare (2)

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W.S

31.07.2012, 09:03 Uhr

Bayer lebt immer komfortabler von der Versichertengemeinschaft
der Krankenversicherung. Politiker macht nur so weiter, dann
werden Sie bei der nächsten Wahl sehen, wie ihre Prozente
abschmelzen.
MfG
Walter Schmid

jenss

31.07.2012, 13:25 Uhr

seit wann gibt es denn Agrarchemikalien auf Rezept?
Jens s

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