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11.01.2013

16:50 Uhr

Nach Rekordabsatz 2012

Volkswagen erwartet schwieriges Jahr

Um mehr als zwölf Prozent hat der Absatz bei VW im vergangenen Jahr zulegt. Damit haben die Wolfsburger einen Rekord eingefahren. Doch für 2013 dämpft der Golf-Hersteller die Erwartungen.

Neuer Golf 7: Für das neue Jahr sieht sich der Konzern „gut vorbereitet“. dpa

Neuer Golf 7: Für das neue Jahr sieht sich der Konzern „gut vorbereitet“.

DüsseldorfDer Wolfsburger Volkswagen-Konzern hat sich dank guter Geschäfte in den USA, China und Russland 2012 erfolgreich gegen die Krise in der europäischen Autoindustrie gestemmt und mit seiner Kernmarke einen Rekordabsatz eingefahren. Doch angesichts der anhaltend schwachen Nachfrage in Südeuropa warnte der Vorstand erneut vor allzu großen Erwartungen an das neue Jahr. "2013 wird ein sehr anspruchsvolles Jahr, das uns mit neuen und schwierigen Herausforderungen begegnen wird", erklärte Konzernvertriebsvorstand Christian Klingler am Freitag. "Aber wir sind gut vorbereitet."

Der Jahresabschluss verlief für Volkswagen (VW) so gut wie nie zuvor, was die Anleger honorierten. Die Aktie gewann bis zum Mittag 0,2 Prozent. VW lieferte im Dezember 517.900 Fahrzeuge aus, das war ein Plus von 30,6 Prozent zum Vorjahresmonat. Von Januar bis Dezember verkauften die Niedersachsen 5,74 Millionen VW-Autos, ein Zuwachs von 12,7 Prozent.

Besonders stark entwickelten sich die Märkte in Asien und Amerika. "Unser neuer Golf ist hervorragend gestartet und hat die Wettbewerbsposition von Volkswagen deutlich gestärkt", sagte Klingler. Deutlich wachsen konnte VW in Russland (plus 39,6 Prozent), China (plus 24,8 Prozent) und den USA (plus 35,1 Prozent). In Westeuropa sanken die Verkaufszahlen jedoch um 6,9 Prozent, in Deutschland um 1,2 Prozent.

Der europäische Automarkt insgesamt ächzt schon länger unter der mageren Nachfrage, weil wegen Finanzkrise und Arbeitslosigkeit vielen Konsumenten schlicht das Geld für neue Autos fehlt. Bislang schlagen sich die Wolfsburger besser als die Konkurrenz, von deren Schwäche der Konzern profitiert. Inzwischen stammt jedes vierte in der EU verkaufte Auto aus dem Volkswagen-Konzern.

Die Misere am europäischen Automarkt geht auch an den deutschen Oberklasse-Autobauern Audi, BMW und Mercedes nicht spurlos vorüber. Doch sie können sich derzeit ebenfalls noch auf zahlungskräftige Kundschaft für ihre Limousinen und Geländewagen in den beiden weltgrößten Pkw-Märkten China und USA verlassen.

Im vergangenen Jahr schafften alle drei Luxushersteller Verkaufsrekorde. Platzhirsch BMW setzte 1,54 Millionen Fahrzeuge von seiner Kernmarke ab, das sind zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor - und mehr als die 1,46 Millionen verkauften Wagen der Ingolstädter VW-Tochter Audi (plus 11,7 Prozent) und die 1,32 Millionen (plus 4,7 Prozent) von Daimlers Top-Marke Mercedes. Auch für 2013 stellten die drei Konkurrenten weitere Rekorde in Aussicht.

Die größten Autohersteller in Europa

Platz 10

Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

Platz 9

Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

Platz 8

Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

Platz 7

BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

Platz 6

Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

Platz 5

Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

Platz 4

General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

Platz 3

Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

Platz 2

Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

Platz 1

Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

14.01.2013, 07:00 Uhr

Die deutschen Autobauer werden nur erfolgreich sein, wenn sie auf die heutigen Wachstumsmärkte wie China, Russland und Brasilien setzen! Auch für deren Lieferanten ist es wichtig auf diese Märkte zu setzen, so wie das die Schaeffler Gruppe schon heute tut. Die Gruppe investiert dort in neue Produktionsstätten.

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