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01.05.2012

14:03 Uhr

Nach Rekordlohn für Winterkorn

McAllister will VW-Vorstandsgehälter diskutieren

ExklusivNiedersachsens Ministerpräsident will die Gehaltsdebatte im VW-Vorstand in den Aufsichtsrat verlegen. Parallel verteidigt er die Pläne des Autobauers, ein Werk in Chinas politisch heiklem Nordwesten zu bauen.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister bei einer Rede im VW-Werk in Sao Paulo. dapd

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister bei einer Rede im VW-Werk in Sao Paulo.

DüsseldorfNiedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) sieht den Aufsichtsrat des Autobauers Volkswagen als geeignetes Gremium für eine Debatte um die Gehaltsstruktur der VW-Spitze. „Fragen der künftigen Ausgestaltung von erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteilen gehören in das Präsidium sowie in den Aufsichtsrat und nicht in die Öffentlichkeit“, sagte er dem Handelsblatt.
McAllister ist der erste Vertreter der Kapitalseite, der eine Diskussion über Veränderungen anspricht. Das Land hält gut 20 Prozent der VW-Stammaktien und verfügt über zwei Sitze im Kontrollgremium des Konzerns. Die Einkünfte von Volkswagens Vorstandschef Martin Winterkorn für das Jahr 2011 in Höhe von mehr als 16,5 Millionen Euro haben eine Debatte um die Deckelung von Vorstandsgehältern ausgelöst. Winterkorn bekommt aufgrund des unerwartet großen VW-Erfolges für das vergangene Jahr das höchste Einkommen, das jemals ein Vorstandschef eines Dax-Unternehmens bezogen hat. Die Arbeitnehmerbank verteidigt das Rekordgehalt, hat aber ebenfalls Veränderungsbedarf erkennen lassen.

VW plant den Bau eines Werkes im politisch heiklen Nordwesten Chinas. AFP

VW plant den Bau eines Werkes im politisch heiklen Nordwesten Chinas.

Bei einem weiteren kontrovers diskutierten Thema springt McAllister dem VW-Management bei. Die Deutschen wollen ab 2015 Autos im politisch umkämpften Nordwesten Chinas bauen und errichten dazu eine Fabrik in Ürümqi, Hauptstadt der Provinz Xinjiang. Der Schritt ist umstritten, weil die Minderheit der Uiguren sich von der Zentralmacht in Peking unterdrückt sieht. Niedersachsens Ministerpräsident war Anfang April zusammen mit VW-Chef Winterkorn selbst in Ürümqi. „Wir haben die politisch Verantwortlichen getroffenen und uns ein Bild von der Situation vor Ort gemacht. Die Investitionen von VW schaffen viele Arbeitsplätze und dienen der wirtschaftlichen Entwicklung dieses Landesteils enorm. Davon profitieren die Menschen vor Ort. Im Übrigen bin ich mir sicher, dass VW die Belange der Minderheiten im Blick hat“, sagte McAllister.
Als Teil einer Gesamtstrategie – VW beabsichtigt, in China bis 2016 insgesamt 14 Milliarden Euro zu investieren – hält der Politiker die Entscheidung des Autokonzerns für nachvollziehbar. „China ist von überragender Bedeutung für Volkswagen. Schon jetzt ist das Land der wichtigste Absatzmarkt des Unternehmens“, so der niedersächsische Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat. „Der Konzern ist Pionier bei der Erschließung des Westens. China will die alte Seidenstraße wiederbeleben, als Alternative zu den Seewegen. Nachbarländer wie Kasachstan, Usbekistan oder die Mongolei könnten eines Tages zu wichtigen Märkten werden. VW wird dann Werke in Kaluga und Nischni Nowgorod in Russland sowie in Ürümqi in China haben.“

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