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11.07.2012

14:55 Uhr

Nach scharfer Kritik

Radeberger lenkt im Corona-Pfandstreit ein

Radeberger lenkt im Pfand-Streit um ihre Kultmarke Corona ein. Deren Flaschen wurden in Mexiko wiederbefüllt, allerdings nicht nach Deutschland zurückgeschifft - obwohl dafür das günstiger Mehrwegpfand kassiert wurde.

Eine Flasche der Kultmarke Corona: Zu wenig Pfand. dapd

Eine Flasche der Kultmarke Corona: Zu wenig Pfand.

BerlinDer Brauereikonzern Radeberger hat im Pfandstreit um Corona-Bierflaschen eingelenkt und wird das Mehrwegsystem nun auf neue Füße stellen. „Der Vertrieb der Kultmarke geht unverändert innerhalb des etablierten deutschen Mehrwegsystems weiter“, teilte Radeberger am Mittwoch mit. Doch anders als bisher sollen in Mexiko wiederbefüllte Flaschen auch nach Deutschland zurückkommen.

Da bisher nur neue Flaschen zum Einsatz kamen, hatte die Deutsche Umwelthilfe Radeberger vorgeworfen, rechtswidrigerweise das günstigere Pfand von 8 Cent für Mehrwegflaschen zu nehmen. Tatsächlich seien die Flaschen Einwegflaschen und müssten mit 25 Cent Pfand belegt werden. Deutschlands größter Brauereikonzern erschleiche sich so Wettbewerbsvorteile, denn Corona verkauft sich besonders gut im Sechser-Pack, der bei 25 Cent Pfand rund einen Euro teurer wäre.

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Die Deutsche Umwelthilfe glaubt, dass Corona-Flaschen nicht wiederverwendet werden.

Die Umwelthilfe betonte am Mittwoch, Radeberger habe durch Unterzeichnung einer strafbewährten Unterlassungserklärung eingeräumt, über Jahre hinweg Einweg-Bier als Mehrweg verkauft zu haben. Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch sprach von einer vorsätzlichen Verbrauchertäuschung. Auch das hessische Umweltministerium ermittle inzwischen in der Sache.

Die Umwelthilfe werde die Ankündigung, in Deutschland verwendete Corona-Flaschen künftig in Mexiko für den deutschen Markt wiederzubefüllen, kontrollieren. „Wir bewerten die Absicht, eine weltweit in 170 Staaten als dünnwandige Einwegflasche eingesetzte Corona Flasche für Deutschland als Mehrweg umzudefinieren, als erneuten Versuch, die Mehrwegschutzregelungen auszuhöhlen“, so Resch.

Auch auf mehrfache dpa-Nachfrage hatte die Radeberger-Gruppe keine Angaben aus Mexiko liefern können, ob die Grupo Modelo, die Corona vertreibt, die aus Deutschland über Belgien per Schiff zurückgeschickten leeren Flaschen mehrfach befüllt und in anderen Märkten verkauft. Dies wäre Voraussetzung dafür, dass die Mehrwegvorgaben in Deutschland erfüllt wären.

Radeberger betonte nun: „Die Flaschen der Marke Corona wurden und werden auch weiterhin in Deutschland gesammelt, sortiert, in Kisten verpackt und dann über Belgien nach Mexiko transportiert, wo sie dann wiederbefüllt werden“. Ändern würde sich hingegen, dass deutsche Verbraucher ab sofort Corona nicht mehr nur in neuen Flaschen erhalten. „Die Vorgaben des deutschen Mehrwegsystems gelten eben auch im fernen Mexiko - und so kommen nun eben die "deutschen" Flaschen auch wieder in Deutschland in den Kreislauf“, betonte Radeberger. Man danke der Umwelthilfe für das Insistieren an dieser Stelle.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Numismatiker

11.07.2012, 12:29 Uhr

Kein Mensch braucht mexikenisches Bier in Deutschland - egal ob mit oder ohne Pfand.

Maximilian.Baehring

11.07.2012, 16:14 Uhr

corona Intravenös ist medizin gegen artereinverkalkung!

Account gelöscht!

17.07.2012, 14:00 Uhr

Warum denn das? In Deutschland herrscht doch die soziale Marktwirtschaft! Klar, deutsches Bier mag qualitativ wertvoll sein, u.a. wegen des Reinheitsgebots.
Aber deswegen mexikanisches Bier in Deutschland verbieten?

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