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06.06.2013

20:38 Uhr

Nach Strafzöllen

USA wollen den Solarstreit entschärfen

Vielleicht kommt es nun endlich zu einer globalen Lösung im Solarstreit mit China: Die USA bemühen sich und haben bereits anfängliche Verhandlungen geführt. Andere befürchten sogar die Ausweitung zu einem Handelskrieg.

Gibt es bald eine Einigung im Solarstreit mit China? Oder weitet sich dieser zu einem Handelskrieg aus? ap

Gibt es bald eine Einigung im Solarstreit mit China? Oder weitet sich dieser zu einem Handelskrieg aus?

WashingtonDie USA machen sich für eine globale Lösung des Solarstreits mit China stark. Die USA hätten bereits anfängliche Verhandlungen geführt, die zu einer globalen Einigung auf die Beilegung des Handelskonfliktes führen könnten, sagte Mike Froman aus dem Wirtschaftsstab von Präsident Barack Obama am Donnerstag bei einer Anhörung zu seiner Nominierung für den Posten des US-Handelsbeauftragten. Er selbst spreche sich für eine solche Einigung aus, erklärte Froman.

EU-Handelskommissar Karel De Gucht hatte im Mai erklärt, die USA und Europa verzichteten vorerst auf einen Schulterschluss in dem Streit über Solarmodule. China droht der EU mit Vergeltung für Solar-Strafzölle und hat Strafabgaben auf Wein-Importe aus Europa angekündigt. De Gucht hofft nach eigenen Angaben trotz der jüngsten Zuspitzung des Streits auf eine Verhandlungslösung.

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Viele befürchten jedoch, dass sich der Streit zu einem Handelskrieg zwischen der EU und China ausweitet. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hatte die Strafzölle deshalb als schweren Fehler bezeichnet. Noch sind sie vorläufig. Eine endgültige Entscheidung fällt im Dezember.

Von

rtr

Kommentare (3)

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HofmannM

07.06.2013, 09:20 Uhr

@Santos
Mit der diktierten Energiewende auf Basis eines marktfremden Zwangs-EEG (Dauersubventionierung) werden die Erneuerbaren Energietechniken "Windmühlen,Solarmodule" keinen Handelskrieg GEWINNEN. Diese mittelalterilcher und marktfremde und somit Hoch-Dauer-Zwangssubventionierte EE-Technik wird nur Verlust für die EU und den deutschen Wohlstand nach sich ziehen!
Erneuerbare Energietechnik = Vorindustrielle Technik des Mittelalter!
Das EEG/Energiewende = Wohlstandsvernichtung auf breiter gesellschaftlicher Ebene!!!

winter

07.06.2013, 13:27 Uhr

@HofmannM
Welch nachhaltiger Unsinn, schon 1935 führte man per Energiewirtschaftsgesetz das Stromgebietsmonopol ein, um die Stromversorgung zu sichern. Ohne staatliche Steuerung hätte man seinerzeit ein Wirrwarr von Netzen ohne wirtschaftlichen Betrieb gehabt.
Schließlich hatte man in Deutschland aus der Einführung der Eisenbahnsystems und den konkurrienden Eisenbahngesellschaften gelernt, die alle in pleite gingen, bis man sie in einer Staatsgesellschaft zusammenfasste.

So ist es nunmal immer wieder bei der Einführung einer neuen Technologie, wie der umweltneutralen Energieerzeugung auch, ohne staatliche Lenkung wird sie nicht kommen, entscheidet man sich persönlich, wie mein Vorredner gegen sie, so bekennt man sich zum gesellschaftlichen Rückschritt, so kann man eigentlich nur in alter Bildzeitungsmanier H. Hofmann zurufen: geh doch nach China, da hast du deinen Smog!

sixpence

08.06.2013, 15:19 Uhr

wenn man als privatindustrie sich der konkurrenz einer staatlich finanzierten angriffsmaschinerie(china) von 33 mrd $ gegenüber sieht, kann man sich zwar beschweren, wird aber mit sicherheit untergehen. so gesehen in europa, wo es vor wenigen jahren 25 unternehmen gab, von denen gerade mal fünf übrig geblieben sind. einem staatlich finanzierten angriff auf einen weltmarkt, der zum preisverfall der wafer von etwa 70% innerhalb von 6 monaten führt, kann man nicht widerstehen. das hat mit der sinnhaftigkeit dieser technologie nichts zu tun.
was die staatliche energiepolitik angeht, wäre sie notwendig, allerdings im sinne gewisser zuverlässigkeit, die eine industrie benötigt. man kann nicht in anlagen investieren wenn sich die steuerlichen voraussetzungen in kürzester zeit ändern. wenn die politiker keine ahnung von wirtschaft haben, sollten sie auch nicht in deren garten herumfummeln.
zum wert der erneuerbaren energien wird wohlweislich immer wieder vergessen, dass wir sehr kurzsichtig handeln, wenn wir uns weiter von der autoindustrie mit grossvolumigen maschinen unter glänzendem lack und energie-gross-versorgern einlullen lassen. wir schaufeln über das benzin billionen in die ölländer, die mit diesem (unserem) geld unsere industrie aufkaufen. wollen wir das wirklich?
saludos a todos
charlie.f.kohn@sixpence-picturs.com
fine art photography // design // madrid

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