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02.07.2012

09:52 Uhr

Nach TPK-Anteilsverkauf

Balda will Sonderdividende ausschütten

Der angeschlagene Kunststoffteile-Produzent Balda hat erneut Kasse gemacht und Anteile am Touchscreen-Hersteller TPK verkauft. Das Gros der Einnahmen soll den Aktionären als Sonderdividende zukommen.

Der Kunststoffhersteller Balda hat 16 Millionen TPK-Aktien verkauft. dpa

Der Kunststoffhersteller Balda hat 16 Millionen TPK-Aktien verkauft.

DüsseldorfDie Firma trennte sich vom größten Teil ihrer noch verbliebenen Anteile an dem taiwanischen Touchscreen-Hersteller TPK und erlöste damit rund 150 Millionen Euro, wie Balda in der Nacht zum Montag mitteilte. Ein "wesentlicher" Teil der Einnahmen soll den Aktionären als Sonderdividende für das Rumpfgeschäftsjahr Januar bis Juni 2012 ausgeschüttet werden. Zudem erwartet Vorstandschef Dominik Müser einen "erheblichen" Konzerngewinn durch die Transaktion.

An der Börse sorgten die Nachrichten für einen Kurssprung: Der SDax-Titel legte um knapp neun Prozent auf 5,20 Euro zu.

Wie Balda mitteilte, wurden knapp 16 Millionen TPK-Aktien verkauft. Der nun noch verbleibende Anteil von 0,8 Prozent werde sich durch den Zufluss einer Aktiendividende zunächst auf etwa zwei Prozent wieder erhöhen. Vorstand Müser kündigte aber an, auch dieses Aktienpaket veräußern zu wollen. Er bekräftigte, mit den zufließenden Mitteln die Neuausrichtung zum Medizintechnik-Produzenten vorantreiben zu wollen.

Balda hatte im vergangenen Jahr mehrfach den angekündigten Anteilsverkauf verschoben. Damals hielt die Firma rund 16 Prozent an TPK. Die Verzögerung des Verkaufs hatte Großaktionär Octavian auf den Plan gerufen. Der New Yorker Investor hatte dem Balda-Aufsichtsrat Interessenkonflikte vorgeworfen. Das Kontrollgremium habe sich von persönlichen Interessen des Balda-Hauptaktionärs und TPK-Anteilseigners Michael Chiang leiten lassen - zulasten der übrigen Aktionäre.

Octavian scheiterte aber Anfang Februar auf einer außerordentlichen Hauptversammlung mit seinem Antrag auf Abberufung des Aufsichtsrates. Zur Besänftigung ihrer aufgebrachten Aktionäre schüttete Balda für 2011 mit 76,6 Millionen Euro beinahe den kompletten Gewinn der AG aus, die Anteilseigner erhielten eine Dividende von 1,30 Euro je Aktie. Im Konzern verbuchte Balda im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von rund 66 Millionen Euro netto einen Verlust von 39 Millionen Euro.

Ende Februar verkaufte Balda in einer ersten Tranche 20 Millionen Titel seines Aktienpaketes und kassierte dafür rund 238 Millionen Euro. Die Einnahmen aus dem Anteilsverkauf sorgten im ersten Quartal 2012 für einen Nettogewinn von 133,6 Millionen Euro. Operativ blieb Balda indes mit 3,1 (Vorjahr: minus 1,0) Millionen Euro im Minus. Der Umsatz schrumpfte um eine Million auf 12,2 Millionen Euro.

Balda will sich künftig auf die Medizintechnik konzentrieren und den Bereich durch Zukäufe ausbauen. Akquisitionsziele machte Firmenchef Müser vor allem in den USA aus. Er gab als Ziel aus, das Geschäft mittelfristig auf eine Umsatzgröße von mehr als 100 Millionen Euro zu führen. Davon ist Balda allerdings noch weit entfernt: Im ersten Quartal erreichte das Segment einen Umsatz von sechs Millionen Euro.

 

Von

rtr

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