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08.12.2016

14:25 Uhr

Nach Trump-Sieg

U.S. Steel bringt 10.000 neue Jobs ins Gespräch

Der jahrelange Stellenabbau bei U.S. Steel soll nun zu einem ende kommen. So erwägt der Konzern die Schaffung von 10.000 neuen Jobs. Grund dafür ist Trumps Versprechen, die Unternehmenssteuer zu senken.

Der Stahlkonzern erwägt in erster Linie die Entlassenen Mitarbeiter wieder einzustellen. AP

U.S. Steel

Der Stahlkonzern erwägt in erster Linie die Entlassenen Mitarbeiter wieder einzustellen.

Chicago/Mexiko-StadtDer Stahlkonzern U.S. Steel erwägt nach jahrelangem Stellenabbau die Schaffung von bis zu 10.000 neuen Jobs. Firmenchef Mario Longhi sagte am Mittwoch dem Sender CNBC, er wolle die Mitarbeiter wieder aufnehmen, die während der Flaute der vergangenen Jahre entlassen werden mussten. Wann die neuen Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, ließ er offen. Eine Sprecherin sagte, es hänge von den Marktbedingungen ab, wann und in welchem Umfang neue Leute eingestellt würden.

Der künftige US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf versprochen, den massiven Stellenabbau in der US-Industrie rückgängig zu machen. Dabei stellte Trump unter anderem in Aussicht, die Unternehmenssteuer von 35 auf 15 Prozent zu senken. U.S.-Steel-Chef Longhi erklärte, er beabsichtige verstärkte Investitionen in den USA, wenn ein besseres Steuerrecht für Wachstum sorge.

U.S. Steel beschäftigt in Nordamerika rund 21.000 Mitarbeiter, 2007 waren es noch 28.000. Mit den Entlassungen reagierte der Konzern auf die Talfahrt der Stahlpreise, die durch ein weltweites Überangebot ausgelöst wurden.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Parallel zu seinem Werben für mehr Arbeitsplätze in den USA geißelte Trump heimische Unternehmen für die Verlagerung von Jobs nach Mexiko, was die Wirtschaft des Nachbarlandes beunruhigt. Doch am Mittwoch sorgte der US-Einzelhandelskonzern Wal-Mart für etwas Erleichterung, als er Logistik-Investitionen von 1,3 Milliarden Dollar in Mexiko ankündigte. Dadurch entstünden rund 10.000 Jobs, hieß es. Eine Sprecherin betonte, in den USA gingen dadurch aber keine Stellen verloren.

Trump hat Konzernchefs wiederholt persönlich dazu gedrängt, Arbeitsplätze in den USA zu belassen oder neu zu schaffen. Zuletzt sagte ihm der japanische Internet- und Mobilfunkkonzern SoftBank Investitionen von über 50 Milliarden Dollar in den USA zu, durch die 50.000 neue Jobs entstehen könnten. Auch hier wurden keine Details genannt.

Von

rtr

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