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15.10.2011

15:01 Uhr

Nach Übernahme

Biotech-Firma Wilex muss Bilanz korrigieren

Die im März übernommene Heidelberg Pharma AG bringt Unruhe in die Bilanz der Biotechfirma Wilex. Nach einer Wertberichtigung auf das Unternehmen weist Wilex jetzt ein negatives Eigenkapital auf.

Durch die Übernahme von Heidelberg Pharma hat Wilex Zugang zu Methoden der Krebsforschung. ap

Durch die Übernahme von Heidelberg Pharma hat Wilex Zugang zu Methoden der Krebsforschung.

FrankfurtDie Biotechfirma Wilex hat ihre Bilanz korrigiert und weist daher nun nach den internationalen Bilanzierungsvorschriften IFRS ein negatives Eigenkapital auf. Grund sei eine Wertberichtigung auf die im März übernommene Heidelberg Pharma AG, teilte Wilex am Samstag mit. Diese habe aber keine Auswirkungen auf die Liquidität, den Finanzausblick 2011 oder den Fortbestand des Unternehmens. Die Bilanzierung nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) bleibe davon unberührt.

Bisher stand Heidelberg Pharma mit 19,2 Millionen Euro in den Büchern von Wilex, nach der Wertberichtigung sind es jetzt noch 10,8 Millionen Euro. Das Eigenkapital zum 31. August 2011 betrage somit nun minus 3,7 Millionen Euro (bisher: plus 4,6 Millionen Euro).

Das Münchener Unternehmen hatte den Kaufpreis von 19,2 Millionen Euro für Heidelberg Pharma mit 3,2 Millionen eigenen Aktien bezahlt und dabei einen Wert von sechs Euro je Aktie zugrundegelegt. Die Übernahme, durch die sich Wilex Zugang zu einer in der Krebsforschung angewandten Technologie sicherte, wurde im November 2010 vereinbart, aber erst im März 2011 vollzogen. Im März war die Wilex-Aktie jedoch nur 3,39 Euro je Papier wert. Dieser Wertverlust muss nun auch in der IFRS-Bilanz abgebildet werden und führte zu einer Wertberichtigung um 8,4 Millionen Euro, erläuterte Wilex.

Das Biotechunternehmen schreibt seit seiner Gründung 1997 rote Zahlen. Leisten kann sich das Wilex dank der Unterstützung seiner Großaktionäre. SAP -Mitgründer Dietmar Hopp hält rund 43 Prozent, der belgische Pharmakonzern UCB 15 Prozent. Große Hoffnungen setzt Wilex auf das Nierenkrebspräparat Rencarex und die Diagnose-Substanz Redectane, mit der Nierentumore nachgewiesen werden können. Wenn eines dieser Präparate auf den Markt komme, könne Wilex profitabel werden, sagte Firmenchef Olaf Wilhelm vor kurzem zu Reuters.

Von

rtr

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