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10.08.2012

13:49 Uhr

Nach Umfirmierung

Schweden haften nicht mehr für Vattenfall-Akw

Der Energieversorger Vattenfall macht aus zwei Unternehmen eines und ändert damit die Konzernstrukturen grundlegend. Die Folge: Der schwedische Staat haftet künftig nicht mehr für Atomkraftwerke in Deutschland.

Der schwedische Energieversorger baut seinen Konzernstruktur in Deutschland um. dapd

Der schwedische Energieversorger baut seinen Konzernstruktur in Deutschland um.

BerlinMit der neuen Konzernstruktur von Vattenfall haftet der schwedische Staat nicht mehr für die deutschen Atomkraftwerke des Energieversorgers. Dies ergebe sich aus der Tatsache, dass der Beherrschungsvertrag zwischen dem schwedischen Staatskonzern Vattenfall AB und der deutschen Tochter nun ende, sagte ein Unternehmenssprecher in Berlin am Freitag. Diese Haftungsänderung sei aber nicht der Grund für die Umfirmierung gewesen.

Vattenfall hatte am Donnerstag angekündigt, die bislang bestehende Aktiengesellschaft Vattenfall Europe mit ihrer Mutter Vattenfall GmbH zu verschmelzen. Folge ist, dass der Beherrschungsvertrag von Vattenfall AB mit Vattenfall Europe endet - und damit die Haftung des schwedischen Konzerns und des hinter diesem stehenden Staates. "Die Haftung ist dann bei uns genauso wie bei den Wettbewerbern", den Akw-Betreibern Eon, RWE und EnBW, sagte der Sprecher. "Warum ist die Erwartungshaltung da, dass die Vattenfall AB und der schwedische Staat unbegrenzt haften?"

"Die einzige Motivation der Umfirmierung ist, aus zwei Unternehmen ein Unternehmen zu machen, um nicht zweimal Steuern zahlen zu müssen", betonte der Sprecher. Bislang habe Vattenfall Europe Steuern bezahlt, seinen Gewinn an die Vattenfall GmbH abgeführt und diesen dann ein zweites Mal habe versteuern müssen. Die Haftungsfrage sei zudem nicht von großer Bedeutung, da die beiden einzigen Vattenfall-Akw Krümmel und Brunsbüttel stillstehen. "Da ist das Risiko deutlich geringer."

Von

afp

Kommentare (4)

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vandale

10.08.2012, 14:23 Uhr

In Deutschland haften die Betreiber der umweltfreundlichen Kernkraftwerke mit ihrem Kapital. Wenn man die reinen Sachschäden eines sehr schweren Reaktorunfalls, z.B. Fukushima, betrachtet kann EON, RWE diese leicht abdecken.

Wenn man den Gesamtschaden von Fukushima betrachtet, gem. der jap. Regierung 64 Mrd. $, so fällt auf das ein grosser Teil der Kosten willkürlich verursacht wurde. Man denke an das Fortdauern der Evakuierung einer Region die etwa so radioaktiv kontaminiert ist wie der Schwarzwald, man denke an das sinnlose abtragen sehr leicht kontaminierter Bodenschichten. Insgesamt ist der grösste Teil des Schadens nicht sachlich begründet.

Der Betreiber der Kraftwerke TEPCO wurde wirtschaftlich durch die Abschaltung der noch funktionsfähigen Kernkraftwerke ruiniert. Das wäre vergleichbar mit einem Oelförderverbot für BP nach dem Bohrinselunfall Deep Water Horizon. Auch BP wäre pleite gegangen wenn der Konzern 1 Jahr kein Erdöl hätte fördern dürfen.

Im Falle Deutschlands werden die Aufsichtsbehörden teils durch berufsfremde Ökoaktivisten geleitet. Die Medien beziehen ihre Informationen regelmässig durch meist berufsfremde Ökoatomexperten. Damit könnte ein Reaktorunfall zu willkürlichen unbestimmbaren Kosten führen.

Allerdings kommt die Massnahme etwas spät. Beide Vattenfall Kernkraftwerke wurde durch den Amoklauf der Kanzlerin stillgelegt. Ich vermute, dass der Journalist mit dieser wertlosen Meldung die Anti-Atomstimmung anheizen möchte.

Vandale

Atommuell_auf_den_Kompost

10.08.2012, 15:47 Uhr

@vandale
"... umweltfreundlichen Kernkraftwerke ..."
Na, haben wir da nicht den total umweltfreundlichen Atommüll vergessen?
Auf den Komposthaufen kann man den ja nicht gerade geben.

Und wenn Atomstrom so toll und billig wäre, warum baut dann einer der Energiekonzerne (ich weiß jetzt grad nicht mehr welcher) die beiden Atomkraftwerke in Großbritannien? Ist wohl doch nciht so rentabel.

Atomstrom ist eine Übergangstechnologie!

Account gelöscht!

10.08.2012, 19:51 Uhr

vandale ist der Guru der Atomstrom-Religion.
Atommüll gibt's ja überhaupt nicht. Ich hab' jedenfalls noch keinen gesehen! Und wenn es ihn denn tatsächlich gäbe, dann wäre er natürlich nicht kompostierbar. Insofern wäre er am besten in einer Müllverbrennungsanlage zu entsorgen.

Man könnte ihn - so es ihn gäbe - aber auch in Muskelaufbaupräparaten verarbeiten. Denn radioaktive Strahlung fördert das Wachstum von schlappen Körperzellen, wie jeder weiß.

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