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07.01.2005

10:12 Uhr

Nach Umsatzrückgang in den USA nimmt Coke-Marketing-Manager den Hut

Pepsi wirft ein Auge auf deutsche Coca-Cola-Abfüller

Der US-Getränkekonzern Pepsico hat sein Interesse an einer Zusammenarbeit mit den bisherigen deutschen Lizenznehmern der Coca-Cola Company signalisiert. Auch ein Sprecher der deutschen Konzessionäre deutet aufkeimendes Interesse an einer Partnerschaft an.

HB DÜSSELDORF. Darauf reagierte ein Coca- Cola-Sprecher gestern mit der Bemerkung, dass der Konzern seine Verträge mit den deutschen Konzessionären „aus gutem Grund“ nicht verlängert habe und mit der Berliner CCEAG bereits über einen leistungsfähigen Partner mit einer regionalen Struktur verfüge.

Sollten sich die deutschen Coca- Cola-Konzessionäre mit der Konzernzentrale in Atlanta letztlich über die vorzeitige Ablösung der spätestens im Jahr 2011 auslaufenden Lizenzverträge nicht gütlich einigen, würde Pepsico die verärgerten Abfüller wohl mit offenen Armen aufnehmen.

Die Integration der profunden Marktkenntnis der deutschen Konzessionäre sei „für jeden Markenartikler eine interessante Option“, sagt Pepsicos Deutschland-Chef Hermann Gottwald dem Handelsblatt und will Aktivitäten in dieser Richtung „nicht ausschließen“. Außerdem, so ist aus Pepsi-Kreisen zu hören, habe man mit Coca-Cola noch eine Rechnung offen, seit der weltgrößte Getränkekonzern 1996 in Venezuela den führenden Pepsico-Abfüller auf seine Seite gezogen und sich damit fast ein Monopol auf dem dortigen Markt verschafft hatte.

Einen möglichen Wechsel zur Konkurrenz bei einem Scheitern der Verhandlungen schließt auch Klaus Mäurers, Präsident des Industriellen Vereins der deutschen Coca-Cola- Konzessionäre (CCIV) nicht aus. Man müsse ja „nicht für immer katholisch bleiben“, sagt der Mann vom linken Niederrhein unter Anspielung auf das brüchig gewordene Vertrauen in den US-Getränkegiganten. Mäurers, Geschäftsführer der Niederrheinischen Getränke-Industrie (NGI) in Mönchengladbach, setzt mit seinen Mit-Gesellschaftern nach eigenen Angaben jährlich mit Getränkeproduktion und -handel rund 450 Mill. Euro um. Dabei entfallen auf das reine Coca-Cola-Geschäft etwa 92 Mill. Euro. Insgesamt sind die acht deutschen konzernunabhängigen Konzessionäre für rund ein Drittel des Coca-Cola-Umsatzes von etwa 2,5 Mrd. Euro in Deutschland verantwortlich.

Während das Geschäft des einzigen konzernabhängigen Abfüllers, der Berliner CCEAG, seit Jahren defizitär ist, weisen die durchweg mittelständischen Lizenznehmer auf ihre positive Entwicklung hin.

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