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05.10.2013

12:24 Uhr

Nach Verkauf von Doc Morris

Celesio plant europaweite Apothekenkette

Der Pharmagroßhändler Celesio will nach dem Verkauf der Versandapotheke Doc Morris eine europäische Apothekenkette unter der Dachmarke Lloyds aufbauen. Auch in Deutschland sollen zwei Apotheken noch dieses Jahr eröffnen. Zuvor war das Unternehmen von 445 und 475 Millionen Euro ausgegangen.

Celesio in Stuttgart: Bis Ende des Jahres will das Unternehmen 100 Pilotapotheken mit neuem Konzept eröffnen. dapd

Celesio in Stuttgart: Bis Ende des Jahres will das Unternehmen 100 Pilotapotheken mit neuem Konzept eröffnen.

StuttgartEin Jahr nach dem Verkauf der Versandapotheke Doc Morris will der Stuttgarter Pharmagroßhändler Celesio eine europäische Apothekenkette aufbauen. Bis Ende des Jahres sollen 100 Pilotapotheken mit neuem Konzept unter der Dachmarke Lloyds firmieren, kündigte Celesio-Vorstand Stephan Borchert in der „Wirtschaftswoche“ an. „In den nächsten Jahren wird sich die Zahl auf 300 bis 500 erhöhen.“ Mit Standorten in Hamburg und im bayerischen Ingolstadt sollen zwei Apotheken noch 2013 in Deutschland eröffnen.

Celesio hatte die niederländische Versandapotheke Doc Morris sowie die gleichnamige Marke an deren schweizerischen Konkurrenten Zur Rose für 25 Millionen Euro verkauft - ein Bruchteil der mehr als 200 Millionen Euro, die die Celesio AG 2007 dafür ausgegeben hatte. Grund für den Verkauf war der Gerichtsentscheid, dass Festpreise für rezeptpflichtige Medikamente auch für EU-Versandapotheken gelten. Bis dahin konnte Doc Morris seine Medikamente deutlich günstiger anbieten und damit einen Großteil seines Umsatzes einfahren.

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Das Lloyds-Konzept setzt laut Borchert nicht auf günstige Preise, sondern auf Beratung. Kunden könnten sich über Gesundheitsthemen informieren, ihren Hauttyp bestimmen und sich die richtige Verwendung von Schmerzmitteln erklären lassen. „Nach den bisherigen Erfahrungen mit Lloyds-Pilotapotheken, vor allem in England, ist der Umsatz mit Haut- und Schmerzmitteln um ein Drittel gestiegen“, sagte Borchert. Wie viel Geld Celesio investiert, wollte er dem Blatt nicht sagen.

Zuletzt hatte Celesio angesichts der anhaltenden Rabattschlacht in der Branche das Ergebnisziel für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Für 2013 erwartet die im MDax notierte Gesellschaft nun ein bereinigtes Ebit zwischen 405 Millionen Euro und 425 Millionen Euro. Zuvor war das Unternehmen von 445 und 475 Millionen Euro ausgegangen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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06.10.2013, 11:34 Uhr



Tja, dann wird sich wohl erst noch zeigen müssen, ob unser Sozialstaat so einer Belastung standhalten wird, weil warum soll die Finanzkasse bitteschön jedes betrieblich im grenzüberschreitenden Handel gekauftes Produkt mit 7-19% Sponsoren, wenn die Ausfuhr-Umsatzsteuer innerhalb der EU nicht mehr erhoben wird, die ja originär von der Finanzkasse dagegen gerechnet wurde, aber innerhalb der EU nicht mehr erhoben wird? ^^
Selbst im neuen Entwurf für ein gemeinsames Europäisces Kaufrecht ist darübr nix zu finden:

http://www.europarl.de/de/aktuell_presse/veranstaltungen/mittagsgespraeche/mittagsgespraech_lehner.html

Was wir Europäer eigentlich dringendst wirklich brauchen, das wird nicht kommuniziert, obwohl in weiten Teilen Europas große Armut herrscht und die dort lebenden Menschen kaum Geld für die Miete haben, oder zur Ausbildung, für die Altersvorsorge oder manchmal auch nur, um die Familie mit Lebensmitteln zu versorgen.

Eigentlich brauchen wir die dauerhafte Finanzierung ein Mehrsprachen-Übersetzungs-Werkzeug, mit dem man die Berufsvertretungen unserer demokratisch gewählten Kammerberufe mit deren Fachwissen innerhalb der EU genauso vernetzen kann, wie die Regierungen.

Wir brauchen dazu auch eine Regel, wie man die jeweiligen Büros in Brüssel in die vorhandenen Strukturen der demokratisch gewählten Berufsvertretungen einbinden soll^^

Ein solch komplexes Thema kann man eigentlich nur zusammen mit der Steuerkammer und den vielen Fachleuten in deren demokratisch gewählten Berufsvertretungen innerhalb der EU vernünftig angehen, um einen Konsens zu finden.

Ich bin immernoch für ein europäisches Netzwerk der Kammerberufe und der berufsständischen Organisationen. Wir brauchen eine Plattform für ein dauerhaftes mehrsprachiges Werkzeug für ein europäisches Netzwerk der gewählten Berufsvertretungen, der demokratisch und föderal aufgebauten, verkammerten Freien Berufe und berufsständischen Organisationen in Europa^^


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