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25.02.2013

07:45 Uhr

Nach Vertragsende

Siemens will großen Anteil an NSN verkaufen

Demnächst läuft der Joint-Venture-Vertrag zwischen Siemens und Nokia aus, danach können beide ihre Anteile verkaufen. Laut „Financial Times“ wollen die Deutschen dies tun – und ihre Beteiligung deutlich reduzieren.

Zentrale von Nokia Siemens Networks im finnischen Espoo: Der Vertrag für das Joint Venture läuft aus. dapd

Zentrale von Nokia Siemens Networks im finnischen Espoo: Der Vertrag für das Joint Venture läuft aus.

BangaloreSiemens plant einem Zeitungsbericht zufolge eine deutliche Reduzierung seines Anteils am Netzwerkbauer Nokia Siemens Networks. Wie die „Financial Times“ am Sonntag auf ihrer Website unter Berufung auf Siemens-Kreise berichtete, strebten die Münchner an, ihre Beteilung an dem Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia auf unter 20 Prozent zu drücken.

Im April läuft der Joint-Venture-Vertrag zwischen Siemens und Nokia aus. Danach können sich die beiden Partner jeweils die Hälfte gegenseitig zum Kauf anbieten. Sollten beide ablehnen, könnten sie ihre Anteile Dritten andienen.

Siemens-Geschäftsfelder und ihre Zukunft

Energietechnik

Der Sektor hat dem Vorstand im vergangenen Jahr wohl den meisten Kummer bereitet. Siemens verpatzte den rechtzeitigen Anschluss von Windparks in der Nordsee und musste eine halbe Milliarde Euro Strafe zahlen. Zudem drückt verstärkt asiatische Konkurrenz auf den Markt für Transformatoren. Siemens reagierte auf den wachsenden Preisdruck mit dem Abbau Tausender Stellen.

Sortieranlagen

Nach Löschers Ansicht wirft das Geschäft mit Sortieranlagen für Postzentren und Flughäfen mit einer Rendite um die fünf Prozent bei Jahresumsätzen von 900 Millionen Euro zu wenig ab. Der Konzern sucht nun nach einem Käufer für das Segment, rund 3600 Mitarbeiter sind betroffen.

Wasseraufbereitung

Ein ähnliches Schicksal wie die Sortieranlagen-Sparte trifft auch die Wasseraufbereitungstechnik. Als Ausrüster von Wasserwerken setzt Siemens zwar rund eine Milliarde Euro um, unter dem Strich bleibt allerdings nur ein einstelliger Millionenbetrag hängen. Die Einheit soll verkauft werden.

Solarenergie-Technik

Der Ausflug in die Solarenergie-Technik erwies sich für die Münchner als teurer Flop. Mit dem Kauf der israelischen Solel für 418 Millionen Dollar und dem Erwerb von Anteilen an der italienischen Archimede wollte Siemens bei der solarthermischen Stromerzeugung mitmischen. Der Markt etablierte sich nie, Solel machte mehr Verlust als Umsatz. Die Anteile an Archimede hat Siemens bereits zurückgegeben, für Solel wurde ein Abnehmer gesucht.

Industriesoftware

Das Geschäft mit Computerprogrammen für die Industrie hat Siemens in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Für die Übernahme der belgischen LMS etwa zahlte der Konzern 680 Millionen Euro. Insgesamt elf solcher Softwareschmieden hat Siemens für zusammen mehr als vier Milliarden Euro gekauft.

Osram

Siemens verschenkt die große Mehrheit seiner Leuchtmittel-Tochter an die eigenen Aktionäre. Gut 80 Prozent sollen die Eigentümer behalten, der Rest bleibt bei der Mutter und deren Pensionsfonds. Siemens will in das Lampengeschäft nicht mehr investieren, Pläne für einen IPO waren gescheitert. Osram steckt selbst in der Sanierung, zunächst soll es keine Dividende geben. Zwischen 7300 und 8000 Stellen sollen weltweit abgebaut werden, einige Standorte geschlossen werden. Die Börsennotierung erfolgte Anfang Juli. Osram macht einen Jahresumsatz von gut fünf Milliarden Euro und erwartet für das laufende Geschäftsjahr wegen der Sanierungskosten Verlust.

Nokia Siemens Networks

Problem gelöst: Seinen Anteil an Nokia Siemens Networks hat der Münchner Konzern im Juli 2013 komplett an den finnischen Partner abgegeben.

Beide Unternehmen waren zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen. Zuletzt hatte es Meinungsverschiedenheiten zwischen Siemens und seinen finnischen Partnern über die Zukunft von NSN gegeben.

Von

rtr

Kommentare (2)

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TAK

25.02.2013, 09:46 Uhr

Von Siemens hört man immer nur, dass sie irgendetwas aus ihrem Portfolio verkaufen.

Michael

02.03.2013, 10:05 Uhr

Hat Rajeev Suri inzwischen Bangalore zum Hauptsitz von NSN gemacht? Oder warum haben Sie Bangalore an den Anfang des Artikels gestellt?

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