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29.04.2015

14:26 Uhr

Nach VW-Machtkampf

Piëch bleibt im Porsche-Aufsichtsrat

Auch nach dem verlorenen Machtkampf bei VW bleibt Ferdinand Piëch offenbar im Aufsichtsrat der Porsche Holding – dem größten Anteilseigner von VW. Es gebe „keine Hinweise“, dass Piëch vorhabe, sein Mandat niederzulegen.

Ferdinand Piëch will offenbar im Aufsichtsrat des größten VW-Anteileigner Porsche bleiben. Reuters

Bei VW gegangen, bei Porsche noch im Amt

Ferdinand Piëch will offenbar im Aufsichtsrat des größten VW-Anteileigner Porsche bleiben.

Der als Aufsichtsratschef abgetretene VW-Patriarch Ferdinand Piëch will seinen Einfluss auf sein Lebenswerk offenbar wahren. Der 78-Jährige gehöre weiter dem Aufsichtsrat der Familienholding Porsche SE an, sagte ein Firmensprecher am Mittwoch. „Wir haben keine Hinweise, dass Herr Piëch sein Mandat niedergelegt hat.“

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Martin Winterkorns erster öffentlicher Auftritt nach dem Abschied von Ferdinand Piëch ist kurz und abgeschirmt. Und so skurril, als hätte es die Ereignisse der vergangenen beiden Wochen nie gegeben.

Die Porsche SE ist mit knapp 51 Prozent größter Eigner von Volkswagen. Piëch hält ein Aktienpaket von rund 13 Prozent an der Familienholding. Zuletzt war spekuliert worden, er könne sich von der Beteiligung trennen.

Piëch hatte am Samstag nach einem gut zweiwöchigen Machtkampf seinen Rücktritt als Aufsichtsratschef und von allen anderen Mandaten in dem weltumspannenden Autokonzern erklärt. Zuvor war er im engeren Führungszirkel mit dem Plan gescheitert, Konzernchef Martin Winterkorn aus dem Amt zu drängen, dem er Versäumnisse vorwirft.

Piëch hatte sich öffentlich von seinem Zögling Winterkorn distanziert und den Wolfsburger Autobauer damit in eine tiefe Führungskrise gestürzt. Nach seinem abrupten Abgang ist offen, wer Piëch an der Spitze des Kontrollgremiums folgen soll. Er hatte das Zwölf-Marken-Imperium mehr als zwei Jahrzehnte lang geprägt. Als möglicher Anwärter gilt Vorstandschef Winterkorn. Es wird aber auch über andere Kandidaten diskutiert.

Ferdinand Piëch

Geburt

17. April 1937 in Wien

Familie

Ferdinand Karl Piëch war das dritte von vier Kindern. Seine Eltern waren Louise Porsche und Rechtsanwalts Anton Piëch, der während des Zweiten Weltkriegs die Geschicke des Volkswagenwerkes leitete. Der Großvater von Ferdinand Piëch war Ferdinand Porsche, der das Unternehmen Porsche gründete und den legendären VW-„Käfer“ entwarf.

Ausbildung

Ferdinand Piëch besuchte eine Salzburger Realschule, später das Internat Zuoz in der Schweiz. Nach der Matura dort studierte er an der Technischen Hochschule in Zürich Maschinenbau mit Schwerpunkt Gas- und Dampfturbinen. Dort begeisterte er sich für Technik - erst für den Flugzeugbau, dann für Autos. 1962 graduierte er mit einer Arbeit über Formel-1-Motoren zum Diplom-Ingenieur.

Karrierebeginn

Seine Karriere begann Ferdinand Piëch 1963 bei Porsche in Stuttgart in der Abteilung Motorenversuch. Drei Jahre später übernahm er den Bereich. 1971 wurde er für ein Jahr technischer Geschäftsführer der Porsche KG.

Aufstieg bei Audi

Im August 1972 stieg Ferdinand Piëch bei Audi ein. Das Unternehmen gehörte damals schon zu 99 Prozent der Volkswagen AG. Er blieb dort 20 Jahre. Nachdem Piëch bereits 1975 in den Audi-Vorstand aufrückte, wurde er 1983 stellvertretender Vorsitzender. 1988 übernahm er den Vorsitz von seinem Vorgänger.

VW-Spitze

Der VW-Aufsichtsrat designierte Ferdinand Piëch 1993 als neuen Konzern-Chef. Piëch setzte Umstrukturierungen und eine grundlegende Neuausrichtung des Unternehmens durch.

Wechsel an die Aufsichtsratspitze

2002 wechselte Piëch in den Aufsichtsrat, in dem er bis heute sitzt.

Sicherung seines Erbes

Damit seine Erben seine Firmenanteile nicht einfach verkaufen können, sicherte Ferdinand Piëch sein Vermögen in zwei Stiftungen. Diese Anteile können ohne Zustimmung des dreiköpfigen Stiftungsvorstands und neun der zwölf Enkel nicht verkauft werden. Den Vorsitz soll nach seinem Tod seine Ehefrau Ursula Piëch übernehmen - wenn sie sich nicht vorher von ihm trennt oder später anderweitig heiratet.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Manfred Zimmer

29.04.2015, 16:39 Uhr

Jetzt haben die Gewerkschaften und das Land Niedersachsen die Macht im Hause VW und können ihre Verantwortung für 670.000 Arbeitnehmer wahrnehmen.

Geht dies ein oder zwei Jahre gut?

Piëch hat nicht nur das Alter aufzuhören sondern auch den Grund sich nicht vom Hof jagen zu lassen. Huber und Weil sind jetzt gefordert und haben kein Gebüsch mehr, hinter dem sie Deckung suchen könnten.

Herr peter Spirat

29.04.2015, 17:10 Uhr

Man darf gespannt sein, wie es hier weiter geht.

Ich habe allerdings gelernt, dass weder die Medien, noch gewisse Experten wirklich gewusst haben, was Piech wirklich vor hatte.

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