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18.11.2014

14:12 Uhr

Nach VW-Übernahme

Klagewelle für Porsche in den USA beendet

Porsche kann die Klagen von US-Anlegern zu den Akten legen. Die in den USA anhängigen Verfahren sind beendet. Der Streit nach der VW-Übernahmeschlacht geht jedoch weiter – vor deutschen Gerichten.

Gleich sieben internationale Investmentfirmen fordern zusammen fast zwei Milliarden Euro Schadenersatz von der Porsche-Holding PSE. Die Kläger behaupten, sie hätten das Geld wegen mangelhafter Informationspolitik der PSE verloren, als Porsche vor rund sechs Jahren nach der Macht bei VW griff. dpa

Gleich sieben internationale Investmentfirmen fordern zusammen fast zwei Milliarden Euro Schadenersatz von der Porsche-Holding PSE. Die Kläger behaupten, sie hätten das Geld wegen mangelhafter Informationspolitik der PSE verloren, als Porsche vor rund sechs Jahren nach der Macht bei VW griff.

StuttgartDie Porsche Holding kann das Kapitel Klagen nach der gescheiterten VW-Übernahme in den USA schließen. Am Freitag sei die Frist der verbleibenden acht Kläger, vor das Oberste US-Gericht, den Supreme Court, zu ziehen, abgelaufen, sagte ein Porsche-Sprecher am Dienstag auf Nachfrage. Die in den USA anhängigen Verfahren seien damit beendet.

Die verlorene Übernahmeschlacht mit Volkswagen hat der Porsche Holding milliardenschwere Klagen eingebracht. Anleger verloren mit Kurswetten viel Geld und fühlen sich rückblickend falsch informiert.

Wegweiser durchs Klagedickicht bei Porsche/VW

Landgericht Braunschweig

Dort hingen fünf Klagen von Anlegern an, von denen das Gericht inzwischen zwei zugunsten von Porsche abgewiesen hat. Sie richteten sich gegen die Porsche-Holding PSE. Die übrigen drei Verfahren, bei denen die Klagesumme mehrere Milliarden Euro beträgt und zum Teil auch die Volkswagen AG betroffen ist, sollten 2013 verhandelt werden.

Eine Klage verwies das Landgericht im Juni 2013 an das Kartellgericht in Hannover, da die Kläger argumentiert hatten, Porsche habe mit einer Bank ein Kartell gebildet, um den Markt für die VW-Stammaktien zu kontrollieren.

Wie im Oktober 2012 bekannt wurde, kam zwischenzeitlich noch eine Klage auf 213 Millionen Euro Schadenersatz hinzu. In diesem Fall haben Anwälte zunächst Zeit für Stellungnahmen.

USA

Die milliardenschweren Forderungen von Fondsgesellschaften in den Vereinigten Staaten laufen in zwei getrennten Fällen. Auf bundesstaatlicher Ebene wurde darum gerungen, ob US-Gerichte überhaupt zuständig sind. Dabei hatte die PSE in erster Instanz gewonnen. Die Gegenseite hatte Berufung eingelegt – im März 2013 zogen einige Kläger die Berufung zurück. Auch vor einem New Yorker Gericht standen Fragen der Zuständigkeit im Mittelpunkt, dort hatte die Porsche-Dachgesellschaft zwar in erster Instanz eine Niederlage erlitten, in zweiter Instanz wurde die Klage allerdings abgewiesen.

Stuttgart 1

Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen frühere Porsche-Manager, darunter Ex-Vorstandschef Wendelin Wiedeking und Finanzchef Holger Härter. Es ging um Kreditbetrug, Untreue und Marktmanipulation. Am Ende mussten sich wegen Kreditbetruges Härter und zwei seiner damaligen Führungskräfte verantworten. Härter wurde Anfang Juni 2013 zu einer Strafe in Höhe von 630.000 Euro verurteilt, kündigte aber Revision an.

Die Staatsanwaltschaft erhob gegen Wiedeking und Härter Mitte Dezember 2012 Anklage wegen Aktienkursmanipulation. Zuletzt wurde bekannt, dass die Behörde auch gegen Aufsichtsräte ermittelt.

Stuttgart 2

Das Oberlandesgericht (OLG) entschied Ende Februar, dass VW-Patriarch Ferdinand Piëch seine Pflichten als Aufsichtsrat der PSE während der Übernahmeschlacht beider Unternehmen verletzte. Das OLG erklärte daher die Entlastung des Kontrollgremiums für das Geschäftsjahr 2008/2009 für nichtig.

Ursprünglich waren 78 Kläger in den USA vor Gericht gezogen. Der von ihnen angerufene New York State Supreme Court hatte sich nicht zuständig gesehen, weil sich der Fall weitgehend außerhalb der USA abgespielt hatte. In Deutschland gehen die Rechtsstreitigkeiten weiter. Sechs der acht Kläger, die in den USA abgewiesen wurden, sind dem Sprecher zufolge bereits in Deutschland vor Gericht gezogen.

Insgesamt habe die Holding schon einige Verfahren gewonnen. Mehrere Klagen werden aber noch an Gerichten in Stuttgart, Braunschweig und Hannover weiter verhandelt.

Die Porsche Holding ist als Beteiligungsgesellschaft nach dem Verkauf des Sportwagenbauers Porsche AG an Volkswagen übrig geblieben und hält ihrerseits noch 51 Prozent der Anteile an VW.

Von

dpa

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