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05.02.2014

15:20 Uhr

Nachahmer-Medikamente

Generika lassen Merck-Gewinn einbrechen

Der Umsatz sank im vierten Quartal um vier Prozent, der Gewinn gar um 14 Prozent: Günstige Nachahmer-Medikamente setzen dem US-Pharmakonzern Merck zu. Er setzt deswegen auf Kooperationen mit anderen Branchengrößen.

Merck ist auch für 2014 skeptisch: Der Konzern stellt einen Gewinn je Aktie zwischen 3,35 und 3,53 Dollar in Aussicht. Analysten haben im Schnitt mit mehr gerechnet. ap

Merck ist auch für 2014 skeptisch: Der Konzern stellt einen Gewinn je Aktie zwischen 3,35 und 3,53 Dollar in Aussicht. Analysten haben im Schnitt mit mehr gerechnet.

New YorkDem US-Pharmakonzern Merck setzt der scharfe Wettbewerb durch günstigere Nachahmer-Medikamente zu. Im vierten Quartal 2013 fiel der Umsatz um vier Prozent auf rund 11,3 Milliarden Dollar, wie der zweitgrößte Anbieter der USA am Mittwoch mitteilte. Merck sucht nun nach Wegen, um diesen Trend umzukehren. Dafür tun sich die Amerikaner mit Konkurrenten wie Branchenprimus Pfizer, Amgen und Incyte zusammen. Gemeinsam wollen sie die Wirkung eines aussichtsreichen neuen Krebs-Mittels von Merck in Kombination mit anderen Produkten testen.

Die Aktie legte daraufhin an der Wall Street mehr als zwei Prozent zu. Analysten gehen davon aus, dass das neue Medikament MK-3475 im Falle seiner Zulassung einen Jahresumsatz von mehreren Milliarden Dollar erzielen könnte.

Im Schlussquartal wurde erneut deutlich, dass Merck dringend einen neuen Verkaufsschlager benötigt. Die Nachfrage nach dem wichtigsten Merck-Mittel Januvia zur Behandlung von Diabetes ging um ein Prozent zurück. Deutlich stärker kam der Absatz des Asthma-Mittels Singulair und des Masern-Impfstoffs Proquad unter die Räder. Der Konzerngewinn gab von Oktober bis Dezember um 14 Prozent auf 781 Millionen Dollar nach.

Die größten Pharmakonzerne nach Jahresumsatz

Platz 10

Teva (Israel)
20,3 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +/- 0 %

Pharma-Umsätze im Jahr 2013, Quelle: Unternehmen

Platz 9

Eli Lilly (USA)
21,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,9 %

Platz 8

Astra-Zeneca (Großbritannien)
25,7 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -8,1 %

Platz 7

Johnson & Johnson (USA)
28,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +10,9 %

Platz 6

Glaxo Smith Kline (Großbritannien)
33,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -1,3 %

Platz 5

Sanofi (Frankreich)
37,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -2,9 %

Platz 4

Merck (USA)
37,4 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -7,8 %

Platz 3

Roche (Schweiz)
39,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +3,9 %

Platz 2

Novartis (Schweiz)
47,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,6 %

Platz 1

Pfizer (USA)
47,9 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -6,5 %

Nach dem schwachen Jahresende ist Merck nun auch für 2014 skeptisch. Der Konzern stellt einen Gewinn je Aktie zwischen 3,35 und 3,53 Dollar in Aussicht. Analysten haben im Schnitt mit mehr gerechnet. Neben der Partnerschaft mit Wettbewerbern bei der Erforschung der Möglichkeiten der Arznei MK-3475 will Merck im laufenden Jahr auch eine milliardenschwere Entwicklungspartnerschaft mit der belgischen Biotechfirma Ablynx vorantreiben.

Von

rtr

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