Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.03.2012

10:20 Uhr

Nachfrage steigt wieder

Stahlbranche erholt sich langsam

Der Auftragsbestand der Stahlindustrie liegt mit 20 Prozent deutlich über dem Vorjahreswert, die Hersteller haben ihre Öfen wieder hochgefahren. Trotzdem wollen viele Unternehmen keine konkreten Prognosen vorlegen.

Nach den starken Umsatzeinbrüchen im Krisenjahr 2009 blickt die Stahlindustrie langsam wieder optimistisch in die Zukunft. dpa

Nach den starken Umsatzeinbrüchen im Krisenjahr 2009 blickt die Stahlindustrie langsam wieder optimistisch in die Zukunft.

DüsseldorfDie Stahlindustrie in Deutschland mit Branchengrößen wie ThyssenKrupp und Salzgitter blickt nach der Abschwächung der Nachfrage wieder etwas optimistischer nach vorne. „Seit Jahresbeginn mehren sich die Anzeichen, dass sich die Stahlkonjunktur in Deutschland stabilisiert“, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, in Düsseldorf.

Die Bestellungen hätten angezogen und die Betriebe ihre Rohstahlproduktion erhöht. Der Auftragsbestand liege im Februar etwa 20 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Verband bekräftigte jedoch, dass die Produktion in Deutschland nach zwei Wachstumsjahren 2012 nicht weiter wachsen werde.

„Bei der Rohstahlproduktion dürfte in etwa das hohe Niveau des Vorjahres von 44,3 Millionen Tonnen gehalten werden. Unsere Prognose für 2012 sind 44 Millionen Tonnen“, erläuterte Kerkhoff. Im Krisenjahr 2009 hatten die Stahlkocher, zu denen in Deutschland auch Weltmarktführer ArcelorMittal gehört, ihre Öfen deutlich zurückgefahren. Die Rohstahlproduktion brach auf 33 Millionen Tonnen von zuvor 46 Millionen Tonnen ein.

„Befürchtungen, es könnte eine ähnliche Krise wie im Winterhalbjahr 2008/09 eintreten, haben sich nicht bestätigt“, sagte der Verbandschef. Er verwies darauf, dass wichtige Kunden, wie die Automobilindustrie, die Metallverarbeiter und die Baubranche, in diesem Jahr weiter zulegen wollen.

In der zweiten Jahreshälfte vergangenen Jahres hatte sich die Nachfrage nach dem Werkstoff abgeschwächt. Auch die Preise waren gefallen. Stahlkunden hatten sich wegen der unsicheren Konjunkturentwicklung mit ihren Bestellungen zurückgehalten und stattdessen auf ihre Lagerbestände zurückgegriffen. Inzwischen füllen Kerkhoff zufolge einige Kunden ihre Bestände wieder auf.

In den Unternehmen herrscht jedoch weiter Unsicherheit über die künftige Entwicklung. Erst am Montag hatte der deutsche Branchenzweite Salzgitter auf eine konkrete Prognose für 2012 verzichtet und damit seine Aktie auf Talfahrt geschickt.

Der deutsche Branchenprimus ThyssenKrupp traut sich seit Monaten keinen konkreten Ausblick zu, zumal dem Unternehmen neben der konjunkturellen Unsicherheit die Verluste bei seinen neuen Stahlwerken in Übersee zu schaffen machen. Der Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co will am Mittwoch seine Zahlen für 2011 vorlegen. Analysten rechnen mit deutlichen Gewinneinbußen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×