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20.04.2013

13:17 Uhr

Nachfrageboom in China

Autobauer kommen mit Produktion nicht hinterher

China ist für die Autohersteller der Zukunftsmarkt – die Nachfrage steigt ungebremst. Während VW, Audi und Co. in Europa mit teuren Überkapazitäten kämpfen, kommen sie in Fernost mit dem Ausbau ihrer Werke kaum nach.

Abgestaubt: Die deutschen Hersteller können sich vor der Nachfrage in China kaum retten. dpa

Abgestaubt: Die deutschen Hersteller können sich vor der Nachfrage in China kaum retten.

ShanghaiDas Turbo-Wachstum des chinesischen Automarkts bringt deutsche Hersteller an den Rand ihrer Kapazitäten. Damit ihnen keine Marktanteile verloren gehen, müssen sie Fabriken ausbauen - oder gleich ganz neue Werke aus dem Boden stampfen. Bei BMW bremsen Lieferengpässe sogar schon in diesem Jahr das Wachstum. Denn vor allem bei den begehrten Geländelimousinen der X-Klasse herrscht Knappheit: „Ich bin sicher, wenn wir mehr X-Modelle hätten, könnten wir auch mehr Kunden finden“, sagte Vertriebschef Ian Robertson zum Auftakt der internationalen Automesse in Shanghai am Samstag.

Ihre Produktionskapazität wollen die Münchner daher mittelfristig von 200.000 auf 300.000 Autos pro Jahr steigern. 2012 setzte der Konzern bereits rund 326.000 Wagen in China ab, ein Plus von etwa 40 Prozent zum Vorjahr. Dieses Jahr dürfte die Nachfrage aber nicht erneut so stark anziehen. Der Oberklassemarkt soll sich etwas abkühlen, aber weiter zwischen 10 und 15 Prozent zulegen.

Konkurrent Audi ist schon einen Schritt weiter: Unternehmenschef Rupert Stadler sieht in zwei bis drei Jahren sogar die Zeit für ein neues Werk gekommen. Auch der Mutterkonzern Volkswagen hatte zuletzt angekündigt, bis 2018 sieben neue Werke im Riesenreich zu bauen. Die Kapazität soll bis dahin um drei Viertel auf vier Millionen Autos im Jahr steigen. 25.000 neue Stellen will VW dabei schaffen.

Die Wolfsburger sind für den Löwenanteil der deutschen Produktion von aktuell 2,9 Millionen Autos in China verantwortlich. 2005 lag dieser Wert nach Zahlen des deutschen Branchenverbandes VDA erst bei einem Siebtel. Und die Entwicklung kennt weiter nur eine Richtung – nach oben.

Größte ausländische Autohersteller in China

Platz 10

BMW - 326.000 verkaufte Fahrzeuge

China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Und BMW dringt in die Top Ten vor: Im Vorjahresvergleich legt der Absatz um beachtliche 40 Prozent zu. Auf den Plätzen folgen Suzuki, Daimler und Mazda.

Platz 9

Ford - 427.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner machen Boden gut, was sie ebenfalls dem Inselstreit zu verdanken haben. Im Vorjahresvergleich bleibt ein sattes Plus von 31 Prozent.

(Anm. d. Red.: Erfasst wurden nur Pkw-Verkäufe)

Platz 8

Peugeot-Citroën - 442.000 verkaufte Fahrzeuge

Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen. Der Absatz legt um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Platz 7

Kia - 512.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 18 Prozent gehören sie mittlerweile zu den erfolgreichen Volumenherstellern in China.

Platz 6

Honda - 603.000 verkaufte Fahrzeuge

Honda muss ebenfalls Einbußen hinnehmen - wie die anderen japanischen Hersteller in China ebenfalls. Im Vorjahresvergleich steht ein Minus von drei Prozent.

Platz 5

Toyota - 841.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner müssen sich mit Rang fünf begnügen, vor allem im September hatte es einen herben Rückschlag der Verkaufszahlen auf gerade einmal 50.000 Stück gegeben. Im Gesamtjahr bleibt ein Absatzminus von fünf Prozent.

(Anm. d. Red.: Angabe laut Reuters)

Platz 4

Hyundai - 847.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner verdrängen Toyota auf Rang fünf und sind indirekter Nutznießer des Inselstreits. Die Hyundai-Verkäufe legten 2012 um zwölf Prozent zu.

Platz 3

Nissan - 1,18 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der Streit um eine Inselgruppe zwischen China und Japan hat die Absatzzahlen der Japaner deutlich in die Knie gedrückt. Im Gesamtjahr gab es für Nissan ein Minus von fünf Prozent.

Platz 2

Volkswagen - 2,81 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Wolfsburger können das größte Wachstum der Massenhersteller in der Volksrepublik vorweisen. Gegenüber dem Vorjahr haben die Volkswagen-Verkäufe um 24 Prozent zugelegt.

Platz 1

General Motors - 2,84 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner verteidigen hauchdünn die Spitzenposition in China. Im Jahresvergleich hat GM um elf Prozent zugelegt.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

Die Kapazität der drei deutschen Premiumhersteller dürfte sich nach einer Analyse der Unternehmensberater von PwC bis 2020 auf rund 1,15 Millionen Stück verdoppeln. Mindestens 16 Modellreihen würden sie dann im Reich der Mitte fertigen. So wollen die Unternehmen die Wartezeiten durch den langen Importweg umgehen. „Sie vermeiden außerdem Wechselkursrisiken, Logistikkosten und Zölle für den Import nach China“, sagte Felix Kuhnert, Leiter des Bereichs Automotive bei PwC in Deutschland und Europa. „Diese Kosten können im immer härter umkämpften chinesischen Markt zum schmerzhaften Wettbewerbsnachteil werden.“

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

20.04.2013, 14:49 Uhr

was hat der AN in D davon ?

Jaguarfahrer

20.04.2013, 19:01 Uhr

Mein Auto, ein Jaguar XJ 400 wird bald 22 Jahre alt...
Wozu soll ich denn einen "modernen", unförmigen Blechklumpen kaufen und fahren?!

Daimler-will-vorbei--laecherlich

21.04.2013, 00:05 Uhr

Im Gegensatz zur Konkurrenz gibt es bei Daimler noch keine konkreten Pläne zum Thema Kapazitätsausbau. Die Stuttgarter mussten in China zuletzt heftige Dämpfer verkraften.

Wie wollen die Daimler Leute dann eigentlich AUDI und BMW überholen? Zetsche schläft mal wieder...

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