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14.01.2005

09:16 Uhr

Nachgefragt: Rainer Hertrich

„Mehrkosten sind ein Ärgernis“

Reiner Hertrich ist Co-Vorstandschef des Airbus-Mutterkonzerns EADS. Im Interview erklärt er, dass der A380 mit bislang 149 bestellten Flugzeugen vor dem Erstflug einen einmaligen Verkaufsrekord erzielt hat.

Handelsblatt: Herr Hertrich, die A380 ist das größte Passagierflugzeug, das je gebaut wurde. Sind Sie sicher, dass sie fliegt?

Rainer Hertrich: Absolut. Airbus-Ingenieure haben in über 30 Jahren mehr als 3 700 Flugzeuge in die Luft gebracht. Auf diese Erfahrung, gepaart mit modernster Luftfahrttechnologie, können wir uns verlassen.

Was passiert, wenn es dennoch zu Problemen kommt?

Die A380 ist unser Flaggschiff in der zivilen Luftfahrt. Noch nie wurde ein Programm so gründlich vorbereitet. Und wir haben viel investiert. Es wird deshalb keine wesentlichen Probleme geben.

Hängt die Existenz von EADS vom Erfolg der A380 ab?

Die Zukunft der EADS hängt nicht an einem Projekt. Außer der A380 stehen noch weit über 1 200 Aufträge für andere Typen in unseren Büchern. Auch Raumfahrt und Verteidigung sind als Standbeine immer stärker geworden.

Die Entwicklung kostete 1,5 Mrd. Euro mehr als geplant. Was lief schief?

Bis zu 15 Prozent Mehrkosten sind natürlich ein Ärgernis. Aber wir bauen das größte Flugzeug der Welt mit vielen neuen Technologien. Viele Flugzeugprogramme weltweit hatten Ausreißer in der Entwicklung. Entscheidend ist das Gesamtprojekt. Und dessen interne Kapitalverzinsung bleibt bei 20 Prozent – das ist es, was am Ende zählt.

Was kostet nun die Entwicklung?

Sollten alle Mehrkosten tatsächlich anfallen, wird die A380 bis zu zwölf Mrd. Euro in der Entwicklung kosten. Das ist viel Geld. Aber die Investition lohnt sich. Wir werden einen gewaltigen Schub bei Umsatz und Ertrag erleben. Wichtig ist auch: Airbus ist und bleibt eine Jobmaschine.

Wie lange wird es dauern, bis dieses Geld wieder eingespielt ist?

Wir haben bei der A380 mit bislang 149 bestellten Flugzeugen vor dem Erstflug einen einmaligen Verkaufsrekord erzielt. Schon mit dem ersten ausgelieferten Flugzeug kommt Geld in die Kasse. In den nächsten zwei Jahrzehnten wird sich die Passagierflugzeugflotte nahezu verdoppeln. Hier wird die A380 eine große Rolle spielen. Bei 250 verkauften Flugzeugen erreichen wir die Gewinnschwelle.

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