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16.11.2015

11:48 Uhr

Nachhaltige Investments

Unternehmen müssen mehr tun

VonSusanne Bergius

Eine Investoreninitiative konstatiert Fortschritte im Kampf gegen den Klimawandel. Aber sie fordert mehr Ambitionen, denn das Wachstum der Unternehmen macht Energieeinsparung oft zunichte.

Ein Auto fährt am 25.06.2013 in Hannover (Niedersachsen) an einem Schild mit der Aufschrift "CO2-frei mobil!" vorbei. dpa

CO2-Grenzwerte

Ein Auto fährt am 25.06.2013 in Hannover (Niedersachsen) an einem Schild mit der Aufschrift "CO2-frei mobil!" vorbei.

Weltweit tun Unternehmen deutlich mehr für den Klimaschutz als noch vor fünf Jahren und managen ihre Klimarisiken besser. „Trotzdem zeigen die Daten auch, dass viel mehr nötig ist, wenn wir einen gefährlichen Klimawandel verhindern wollen.“ Das folgert die Investoreninitiative CDP aus ihrer diesjährigen Analyse von börsennotierten Unternehmen, die 55 Prozent der Marktkapitalisierung der weltweit gelisteten Unternehmen ausmachen. Die nicht gewinnorientierte Organisation arbeitet im Auftrag von 822 Investoren mit addiert 86 Billionen Euro Anlagevermögen.

Von den 5500 befragten, kapitalstärksten Unternehmen der Welt haben allerdings nur 2000 klimabezogene Informationen über die CDP-Plattform veröffentlicht. Ihr Anteil an der globalen Marktkapitalisierung beträgt 35 Prozent. Vor fünf Jahren hatten immerhin 1800 von 4000 Unternehmen geantwortet. Die nun viel niedrigere Antwortquote erklärt sich demnach nur zum Teil aus der erweiterten Befragung.

Wie die Unternehmen abschneiden, zeigt das erstmals veröffentlichte weltweite Klimaranking, in das die Bewertungen Transparenz und Klimaschutzleistungen einfließen. Hierdurch ist jedes Unternehmen online mit Wettbewerbern vergleichbar.

In einer „Climate A List“ führt das CDP diejenigen, die es „für ihre herausragenden Klimaschutzleistungen“ auf beiden Feldern auszeichnet. Das haben nur 113 Unternehmen geschafft. Fast die Hälfte sind europäischen Ursprungs, Spanien und Großbritannien führen. Aus dem deutschsprachigen Raum (DACH) kommen 13 Unternehmen. Im Klimaranking gibt es allerdings ein paar Ungereimtheiten.

So schneiden Eon, Siemens oder Thyssen-Krupp sehr gut oder fast sehr gut ab, während Firmen, deren Kerngeschäft der Klimaschutz ist, nur auf B-Noten kommen, etwa Solar World. Nur ein E hat Windenergiehersteller Nordex erhalten. Auch Energieversorger MVV hat nur ein C bekommen, obwohl er mehr als die Hälfte des Stroms durch Kraft-Wärme-Koppelung und Erneuerbare Energieträger herstellt. „Das
liegt an einer schlechten Berichterstattung“, erklärt Susan Dreyer, Direktorin der DACH-Region.

Die Bewertung belohne Veränderungen sowie die strategische Durchdringung von Zielen, Geschäftsprozessen und Anreizsystemen. Für nachhaltige Firmen dürfte dies leicht zu belegen sein - tun es aber nicht, so Dreyer. Würden sie sich an das Ranking halten, müssten sie Solar World oder Nordex schwächer gewichten.

Unternehmen seien bereit, ihr volles Potenzial für den Klimaschutz zu entfalten, sagte CDPs Vorstandschef und Mitbegründer Paul Dickinson. Er rief die Politiker, die sich in Kürze auf dem Klimagipfel in Paris treffen, dazu auf, ambitionierte politische Richtlinien auf nationalem wie internationalem Niveau zu sorgen, die die Unternehmen für ihre Klimaaktivitäten unterstützen und vorantreiben. Weltweit unterstützen 805 der 2000 Unternehmen einen Klimavertrag in Paris, der die Weltgemeinschaft auf 2° Celsius maximale durchschnittliche Erderwärmung bindet.

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