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31.01.2005

12:45 Uhr

Nachrfrage nach Kupferprodukten weiterhin hoch

Norddeutsche Affinerie will eigenen Strom erzeugen

Die Norddeutsche Affinerie (NA) hat im ersten Quartal bei weiter hohen Kupferpreisen den Umsatz deutlich gesteigert und ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Zugleich probt Europas größter Kupferhersteller angesichts der steigenden Energiepreise den Aufstand gegen die Stromkonzerne.

BH HAMBURG. Gemeinsam mit dem belgischen Anbieter Electrabell prüfe die NA den Neubau eines Kohlekraftwerks in Hamburg, sagte NA-Vorstandschef Werner Marnette bei der Bilanzvorlage am Montag in Hamburg. Es könnte auch andere Unternehmen versorgen. Erwogen werde zudem der Aufbau einer eigenen Stromerzeugung auf dem NA-Firmengelände.

„Die NA kann nicht darauf warten, bis Politik und Wettbewerbshüter nach Jahren zu Potte kommen“, meinte Marnette, der als Grund für die hohen Strompreise eine völlig verfehlte Energiepolitik nannte. Regierung und Opposition müssten sich fragen lasse, ob der Staat das Heer der Arbeitslosen um 660 000 Beschäftigte aus energieintensiven Betrieben vermehren wolle. Das mit Electrabell geplante Kraftwerk würde laut Marnette 600 bis 700 Mill. € kosten und könnte, einen sofortigen Baubeginn vorausgesetzt, frühestens 2010 oder 2011 den Betrieb aufnehmen. Die NA wolle das Kraftwerk nicht selbst betreiben, sondern mit Electrabell einen Liefervertrag abschließen.

Nach einem starken Ergebnis im Vorjahr und der Wiederaufnahme der Dividendenzahlung (65 Cent je Aktie) ist die NA auch in das Geschäftsjahr 2004/2005 (30.9.) gut gestartet. Der Gewinn vor Steuern lag den Angaben zufolge im 1. Quartal bei zwölf Mill. €, nachdem im Vorjahresquartal unter anderem durch den planmäßigen Stillstand einer Produktionsanlage noch ein Minus von sieben Mill. € zu Buche gestanden hatte. Der Umsatz in den ersten drei Monaten erreichte vor allem dank hoher Metallpreise 666 (Vorjahreszeitraum: 472) Mill. €.

„Die Aussichten für Kupfer und die NA sind auch 2005 nach wie vor ausgezeichnet“, sagte Marnette. Angetrieben werde der Weltmarkt vom Rohstoffhunger Chinas, das Kupfer für den Aufbau von Kraftwerken und Stromnetzen brauche. Die NA arbeite an konkreten Projekten in China und plane dafür Investitionen von 30 bis 40 Mill. € ein. Allerdings gebe es am möglichen Standort China noch Probleme etwa durch häufige Stromausfälle. „Wir können nicht investieren, ohne nicht sofort erfolgreich zu sein. Im Moment ist etwas Langsamkeit geboten“, sagte er. In den kommenden Monaten sei aber mit einer Entscheidung zu rechnen.

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