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19.01.2004

07:41 Uhr

Natural hedging

Euro-Stärke treibt deutsche Autohersteller in die USA

Die Konzerne reagieren mit Produktionsverlagerungen auf Wechselkursschwankungen. Vorbild für viele europäische Hersteller ist der japanische Konkurrent Toyota.

hz FRANKFURT/M. Führende deutsche Autohersteller ziehen erste Konsequenzen aus der anhaltenden Stärke des Euros und bauen ihre Kapazitäten im Dollarraum aus. Neben dem VW-Konzern erwägen auch BMW und Mercedes-Benz, mehr in Nordamerika zu produzieren und so das Währungsrisiko zu verringern. Experten stellten allerdings klar, dass dies keine kurzfristigen Erfolge bringen kann. „Produktionsverlagerungen brauchen ihre Zeit, das bewältigt kein Unternehmen mal eben in ein paar Monaten“, sagt Fredrik Westin, Auto-Analyst der WestLB Panmure.

Doch viele große Autokonzerne sehen angesichts des Euro-Höhenflugs inzwischen Handlungsbedarf. Ein anhaltend schwacher Dollar würde nach Angaben von Daimler- Chrysler-Finanzvorstand Manfred Gentz den Absatz der Marke Mercedes-Benz in den kommenden Jahr erheblich belasten. Wenn es 2005 auf dem derzeitigen Niveau des Euros weitergehe, „würde sich das massiv auf die Ergebnisse von Mercedes- Benz auswirken“, warnte Gentz unlängst auf der Automobilshow in Detroit. Der Stuttgarter Konzern fasst deshalb eine Erhöhung der Produktion im US-Werk Tuscaloosa im Bundesstaat Alabama ins Auge. Dort baut Mercedes bisher vor allem die geländegängige M-Klasse. Im kommenden Jahr wird der Konzern seine Kapazitäten mit der geplanten Einführung des sechssitzigen Grand Sport Tourer (GST) verdoppeln.

Auch VW sieht sich angesichts der Wechselkursentwicklung zum Handeln gezwungen. „Die Probleme auf Grund der Schwäche der amerikanischen Währung stehen ganz oben auf meiner Agenda“, sagte VW-Chef Bernd Pischetsrieder dem Fachblatt „Automobilwoche“. VW prüfe die Vergabe der kompletten Fertigung eines neuen Modells mit hohen Stückzahlen in den Dollar-Raum. Einer Produktion des neuen Golf in Mexiko allerdings erteilte er angesichts der für den US-Markt benötigten geringen Stückzahlen entgegen früheren Planungen eine klare Absage: „Dazu gibt es bei uns keinen Vorstandsbeschluss.“

Nach der Einstellung der Käferproduktion

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