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28.12.2011

18:00 Uhr

Netzschwankungen

Industrie sorgt sich um die Sicherheit der Stromversorgung

ExklusivDie Deutsche Industrie klagt über erhebliche Probleme bei der Stromversorgung. Unterbrechungen von wenigen Sekunden würden immer häufiger ganze Produktionsprozesse lahm legen, heißt es beim Branchenverband VIK.

Atomkraftwerk Grafenrheinfeld in Unterfranken: Angst um die Versorgungssicherheit. dpa

Atomkraftwerk Grafenrheinfeld in Unterfranken: Angst um die Versorgungssicherheit.

BerlinDie Industrie sorgt sich um die Zuverlässigkeit der Stromversorgung. Man sei mit einer „beunruhigenden Häufung von Netz- und Frequenzschwankungen“ konfrontiert, wie es sie in den vergangenen Jahrzehnten nicht gegeben habe, heißt es in einem Schreiben der Deutschland-Tochter des norwegischen Norsk-Hydro-Konzerns an Matthias Kurth, den Präsidenten der Bundesnetzagentur. In den vergangenen Monaten sei es deshalb zu erheblichen Produktionsbeeinträchtigungen gekommen, heißt es in dem Schreiben des Aluminiumherstellers weiter. Das Schreiben liegt dem Handelsblatt vor.

Das Unternehmen steht mit seinen Klagen nicht allein. Kurzzeitunterbrechungen führten heute weitaus häufiger als in vergangenen Jahren zu Problemen, heißt es beim Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), dessen Mitgliedsunternehmen für 80 Prozent des industriellen Energieeinsatzes in Deutschland stehen. Die Energiewende habe somit zu „bedenklichen Qualitätsverlusten bei der Stromversorgung“ geführt. Komplexe Produktionsprozesse seien lange vor einem von der Allgemeinheit bemerkten Blackout bedroht.

Bislang hatte die Bundesnetzagentur den Netzbetreibern stets eine sehr zuverlässige Versorgung ihrer Verbraucher bescheinigt. Allerdings erfasst die Bundesnetzagentur lediglich Versorgungsunterbrechungen, die drei Minuten oder länger dauern. In der Industrie können aber schon Unterbrechungen der Stromversorgung mit einer Dauer von wenigen Sekunden ganze Produktionsprozesse lahm legen. Gerade diese kurzen Unterbrechungen häufen sich nach Darstellung der Industrie.

Von

str

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

28.12.2011, 19:02 Uhr

Komplexe Produktionsprozesse seien lange vor einem von der Allgemeinheit bemerkten Blackout bedroht.
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Absolut richtig !
Der "abschalten sofort" Schreihals merkt von einem Qualitätsverlust erst was wenn der Fernseher dunkel bleibt oder die X-Box und der Rechner ihren dienst versagen , die gerade erstellten Datenbanken futsch sind bevor er sie speichern konnte .

Aus Erfahrung soll man lernen sagt man doch , oder ? Dann geben wir ihnen eine Möglichkeit diese Erfahrungen zu sammeln , schalten wir mal für ein Wochenende die Stromversorgung von Hamburg oder Stuttgart ab .

Was die folge sein wird ? Bauanträge für Atomkraftwerke , genau vor den Stadttoren dieser beiden Orte !!!

Account gelöscht!

28.12.2011, 19:20 Uhr

Netzstabilität: Stromerzeugung und Stromverbrauch müssen stets im Gleichgewicht sein.

Das Stromnetz im Gleichgewicht zu halten, erfordert eine möglichst genaue Prognose des Verbrauches, damit die nach einem „Fahrplan“ gesteuerte Stromerzeugung den Anforderungen der Stromverbraucher gerecht wird.
In West-Europa sind die Stromnetze vieler Länder zusammengeschaltet. In diesem Verbundnetz fließt der Strom mit einer Frequenz von 50 Hertz. Die Frequenz ist das Steuerungsinstrument, mit dem die Stabilität des Netzes kontrolliert wird. Ist die Stromnachfrage deutlich größer als die aktuell eingespeiste Strommenge, sinkt die Frequenz unter 50 Hertz. Die Frequenz steigt über diesen Wert, wenn umgekehrt mehr Strom ins Netz eingespeist als verbraucht wird.
Im westeuropäischen Verbundnetz schwankt die Netzfrequenz im Normalbetrieb in engen Grenzen und weicht nur bis etwa 0,05 Hertz vom Nennwert 50 Hertz ab. Diese Schwankungen entstehen durch die laufenden Lastzu- bzw. -abschaltungen, also wenn z.B. die Stromkunden ihre Motoren anwerfen oder Toaster und Lampen an- und ausschalten. Bei größeren Frequenzabweichungen werden automatisch Gegenmaßnahmen in Gang gesetzt, um Schäden zu vermeiden. Dabei handelt es sich ist in erster Linie um den Einsatz von Regelleistung, mit der das entstandene Ungleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch innerhalb von Sekunden beseitigt wird.
Bei größeren Abweichungen würde zum einen die Funktion zahlreicher elektrischer Geräte beeinträchtigt, zum Beispiel von Präzisionsgeräten, Motoren, elektrischen Uhren oder Computern. Zum anderen würden auch die Stromerzeugungsanlagen Schaden nehmen. So können z.B. Generatoren in den Kraftwerken beschädigt werden, wenn die Frequenz unter 47,5 Hertz sinkt. Die dann auftretenden Resonanzschwingungen führen zu einer Zerstörung.

Account gelöscht!

28.12.2011, 19:25 Uhr

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Im Gegensatz zu den Junkee's,
ist ein echter Junkee Genussmensch.

AAAAhhh,
der Strom kann auch mal aufallen, wo im Universum gabs denn schon mal so was?
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